Lorano oder Cetirizin: Das ist zu beachten
Tränende Augen, eine laufende Nase und ständiger Niesreiz: Wenn der Heuschnupfen oder eine Urtikaria (Nesselsucht) zuschlagen, ist schnelle Hilfe gefragt. In der Apotheke stehen Allergiker unter anderem vor der Wahl: Lorano oder Cetirizin? Beide Medikamente sind bewährte Klassiker unter den Antiallergika und helfen zuverlässig gegen die typischen Beschwerden.
Doch obwohl sie ähnlich wirken, gibt es feine Unterschiede - vor allem bei der Frage, wie müde sie machen. In diesem Vergleich erfahren Sie, ob Lorano oder Cetirizin die bessere Wahl für Ihren Alltag ist und worauf Sie bei der Einnahme achten sollten.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Lorano und Cetirizin
Beide Medikamente gehören zur Gruppe der sogenannten Antihistaminika der zweiten Generation. Das bedeutet, sie sind moderner und im Allgemeinen verträglicher als ältere Wirkstoffe, da sie die Blut-Hirn-Schranke kaum passieren. Dennoch reagiert jeder Körper anders auf die Wirkstoffe.
Lorano vs Cetirizin: die Gemeinsamkeiten
Sowohl bei Loratadin (dem Wirkstoff in Lorano) als auch bei Cetirizin gibt es viele Parallelen:
- Wirkprinzip: Beide sind H1-Blocker. Sie besetzen die Rezeptoren im Körper, an die normalerweise das Histamin andockt. Dadurch wird die allergische Reaktion (wie Schnupfen, Juckreiz, Rötungen) unterbrochen.
- Anwendung: Sie helfen bei Heuschnupfen, Hausstauballergie und allergischen Hautreaktionen wie Nesselsucht (Urtikaria).
- Darreichung: Beide sind meist als kleine Tabletten erhältlich, die nur einmal täglich eingenommen werden müssen.
Unterschiede von Lorano und Cetirizin
Der entscheidende Unterschied Lorano und Cetirizin liegt oft in der individuellen Verträglichkeit und dem Wirkungseintritt:
Stoffwechsel: Loratadin wird über die Leber verstoffwechselt, Cetirizin wird größtenteils unverändert über die Nieren ausgeschieden. Das kann bei bestimmten Vorerkrankungen wichtig sein.
- Müdigkeit: Cetirizin gilt als etwas stärker sedierend (müde machend) als Loratadin. Wer empfindlich auf Antihistaminika reagiert, greift daher oft lieber zu Lorano.
- Wirkungseintritt: Cetirizin wirkt oft etwas schneller (ca. 20-60 Minuten) als Lorano.
Einen tieferen Einblick gibt dir unser Antihistaminika Ratgeber.
Die Verwendung von Lorano
Lorano (Wirkstoff Loratadin) ist oft das Mittel der Wahl für Berufstätige, Autofahrer oder Schüler, die tagsüber fit bleiben müssen. Es wird allgemein als "nicht sedierendes" Antihistaminikum eingestuft.
Für welche Beschwerden eignet sich Lorano?
- Saisonaler allergischer Schnupfen (Heuschnupfen).
- Chronische Nesselsucht mit Juckreiz und Quaddeln.
- Wenn Konzentration im Alltag besonders wichtig ist.
Mehr Details findest du in unserem Ratgeber zu Loratadin.
Dosierung und Einnahme von Lorano
Wie nehme ich Lorano ein?
In der Regel reicht eine Tablette (10 mg) pro Tag aus. Da Lorano nicht müde macht, nehmen viele Anwender die Tablette morgens zum Frühstück ein, um geschützt in den Tag zu starten. Falls individuell doch ein müd machender Nebeneffekt wahrgenommen wird, empfiehlt es sich, auf einen anderen Wirkstoff zu wechseln oder Lorano abends einzunehmen.
Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Leiden Sie unter einer schweren Leberfunktionsstörung, sollten Sie die Einnahme unbedingt vorher mit Ihrem behandelnden Arzt abstimmen.
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Wann auf die Einnahme von Lorano verzichtet werden sollte
Obwohl Lorano gut verträglich ist, gibt es Einschränkungen.
- Schwangerschaft & Stillzeit: Aus Sicherheitsgründen wird die Einnahme meist nicht empfohlen, da der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht.
- Leberprobleme: Da der Abbau über die Leber erfolgt, ist hier Vorsicht geboten.
- Wechselwirkungen: Bestimmte Medikamente (wie Erythromycin oder Ketoconazol) können den Abbau von Loratadin hemmen und so den Wirkspiegel erhöhen.
Cetirizin: Dann sollte es eingenommen werden
Cetirizin ist ein sehr potentes Antiallergikum, das oft schon nach 20 Minuten wirkt. Es ist ideal, wenn die Symptome sehr stark sind und schnell gelindert werden müssen. Da es leicht müde machen kann, nehmen viele Allergiker es bevorzugt am Abend ein. Diese beruhigende Nebenwirkung kann individuell schwach ausgeprägt auftreten und dann sogar mitunter als wohltuend empfunden werden. Manche Allergiker nehmen auch unter der Wirkung von Cetirizin keinen müd machenden Nebeneffekt wahr.
Weitere Infos bietet unser Ratgeber Cetirizin.
Dosierung und Einnahme von Cetirizin
Wie nehme ich das Medikament ein?
Die Standarddosis für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahre ist 10 mg (eine Tablette) einmal täglich. Tabletten werden unzerkaut mit Flüssigkeit geschluckt.
Für wen ist es geeignet?
Es ist für Erwachsene und Kinder (meist ab 6 Jahren als Tablette, jünger als Saft) zugelassen. Wenn Sie Nierenprobleme haben, muss die Dosis unbedingt angepasst werden, da Cetirizin über die Nieren ausgeschieden wird. Die Einnahme sollte in diesem Fall im Vorfeld unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgesprochen sein.
Stöbern Sie hier durch unsere Cetirizin Produkte.Nebenwirkungen von Cetirizin
Die bekannteste Nebenwirkung ist Schläfrigkeit. Auch Mundtrockenheit oder leichte Kopfschmerzen können auftreten.
Für wen ist Cetirizin nicht geeignet?
- Bei schwerer Niereninsuffizienz.
- Bei einer bekannten Unverträglichkeit gegen den Wirkstoff.
- Vorsicht ist geboten, wenn Alkohol getrunken wird, da die Wirkung verstärkt werden kann.
Lorano vs Cetirizin: der Überblick
Zusammenfassend lässt sich sagen: Beide Wirkstoffe sind sehr effektiv im Kampf gegen Allergien und auch bei allergischem Asthma geeignet.
- Wählen Sie Lorano, wenn Sie tagsüber volle Leistung bringen müssen und keine Müdigkeit riskieren wollen.
- Wählen Sie Cetirizin, wenn Sie eine sehr schnelle Wirkung brauchen oder abends unter starkem Juckreiz leiden (die leichte Müdigkeit kann dann beim Einschlafen sogar helfen).
Zusätzlich können Hausmittel und vorausschauende und angepasste Verhaltensmaßnahmen Linderung verschaffen. Sollten Sie unsicher sein, welches Mittel für Sie persönlich am besten geeignet ist - berät Sie unser pharmazeutisches Team gerne.
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.