Ohrenschmalz richtig entfernen: Anleitung, Methoden & Tipps

✓ Pharmazeutisch geprüft - Lesezeit: 6 Minuten

Von Kristin Schöfisch, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 09.03.2026

Frau hält sich die Hand ans Ohr wegen Ohrenschmerzen oder Ohrenschmalz.

Wer sein Ohr sicher reinigen möchte, sollte auf mechanische Hilfsmittel wie Wattestäbchen verzichten, da diese das Cerumen oft tiefer in den Gehörgang schieben. Stattdessen lässt sich festsitzendes Ohrenschmalz lösen, indem man auf apothekenpflichtige Hilfsmittel wie spezielle Ohrentropfen oder Sprays mit Wirkstoffen wie Glycerin oder Harnstoff setzt. Diese weichen den Pfropf schonend auf, sodass er natürlich abfließen kann. Möchte man die Ohren selber spülen, sind körperwarme Lösungen ideal, um Verstopfungen ohne Druck zu beseitigen. Bei Schmerzen, Entzündungen oder einer Beeinträchtigung des Trommelfells ist jedoch stets eine professionelle Reinigung durch einen Arzt erforderlich, um Folgeschäden zu vermeiden.

Wie reinigt man das Ohr richtig?

Das Ohr reinigen Sie am besten mit einer sanften Spülung. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt das sichere Vorgehen für eine effektive Ohrenreinigung, ohne den empfindlichen Gehörgang zu gefährden.

  1. Vorbereitung: Lauwarmes Wasser (ca. 37 °C) oder eine spezielle Ohrspüllösung bereitstellen.
  2. Positionierung: Den Kopf leicht zur Seite neigen, sodass das betroffene Ohr nach oben zeigt.
  3. Anwendung: Die Lösung vorsichtig ins Ohr geben.
  4. Einwirken: Die Flüssigkeit 5 - 10 Minuten einwirken lassen, um das Ohrenschmalz lösen zu können.
  5. Ablaufen: Den Kopf zur anderen Seite neigen und die Flüssigkeit in ein Tuch ablaufen lassen.
  6. Reinigung: Gelöstes Sekret vorsichtig mit einem weichen Tuch an der Ohrmuschel aufnehmen.
  7. Nachspülen: Bei Bedarf mit lauwarmem Wasser sanft nachspülen.
  8. Nachsorge: Das Ohr sanft trocknen und 10 - 15 Minuten ruhen, damit restliche Feuchtigkeit verdunsten kann.

Tipp: Achten Sie penibel auf die Temperatur. Zu kaltes oder zu heißes Wasser bei der Ohrspülung kann Schwindelgefühle auslösen, da das Gleichgewichtsorgan im Innenohr auf Temperaturreize reagiert.

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Wie lässt sich Ohrenschmalz lösen?

Ohrenschmalz lösen Sie am besten mit Flüssigkeiten, die das Cerumen (Ohrenschmalz) effektiv aufweichen. Folgende Methoden haben sich in der täglichen Praxis bewährt, um Ohrenschmalz selbst entfernen zu können:

  • Warmwasser: Weicht leichtes Ohrenschmalz auf - ideal für die regelmäßige Pflege während des Duschens.
  • Kochsalzlösung: Löst auch hartes Cerumen zuverlässig auf und ist besonders gut verträglich für die Schleimhäute.
  • Oliven- oder Mandelöl: Wirkt besonders schonend und beruhigend bei empfindlichen Ohren, da es die Haut im Gehörgang gleichzeitig pflegt.
  • Wasserstoffperoxid (3 %): Hilft dabei, selbst hartnäckiges Ohrenschmalz aufzulösen, indem es durch sanftes Aufschäumen den Pfropf lockert.
  • Ohrentropfen: Diese sind die beste Wahl bei wiederkehrender Verstopfung, da sie gezielte Wirkstoffe wie Glycerin oder Harnstoff enthalten, um die Ohrenreinigung zu erleichtern.

Wie funktioniert Ohrenschmalz auflösen mit Öl?

Ohrenschmalz auflösen mit Öl ist eine besonders schonende Methode für empfindliche Ohren. Hochwertige Naturöle wie Olivenöl oder Mandelöl weichen das Cerumen effektiv auf, ohne die empfindliche Haut im Gehörgang zu reizen oder auszutrocknen.

So wenden Sie das Öl richtig an:

  • Vorbereitung: 2 - 3 Tropfen handwarmes Öl vorsichtig ins Ohr geben.
  • Wartezeit: Die Tropfen etwa 10 Minuten einwirken lassen, damit das Öl tief in das verhärtete Material eindringen kann.
  • Entfernung: Den Kopf zur Seite neigen und das gelöste Ohrenschmalz einfach abfließen lassen.
  • Abschluss: Bei Bedarf den Bereich der Ohrmuschel leicht mit lauwarmem Wasser nachspülen, um Ölreste zu entfernen.

Was muss man beim Ohren selber spülen beachten?

Ohren selber spülen erfordert Vorsicht, um Verletzungen im Gehörgang oder am empfindlichen Trommelfell zu vermeiden. Beachten Sie daher unbedingt folgende Punkte, um Ihre Ohrspülung sicher durchzuführen:

  • Wassertemperatur: Verwenden Sie immer Flüssigkeiten mit ca. 37 °C (Körpertemperatur), um Schwindel oder Reizungen zu vermeiden.
  • Druck: Nur sanft spülen - führen Sie die Flüssigkeit niemals mit hohem Druck ein, um das Innenohr nicht zu schädigen.
  • Kontraindikation: Die Selbstreinigung nicht anwenden bei Ohrenschmerzen, akuten Entzündungen, Ausfluss oder wenn Sie vermuten, dass das Trommelfell beschädigt sein könnte.
  • Nachsorge: Das Ohr nach dem Spülen vorsichtig mit einem weichen Tuch trocknen; vermeiden Sie es, tief in den Gehörgang zu bohren.

Welche Tropfen helfen beim Ohrenschmalz selbst entfernen?

Ohrenschmalz selbst entfernen gelingt besonders gut mit speziellen Ohrentropfen, die gezielt darauf ausgelegt sind, verhärtetes Cerumen zuverlässig zu lösen. Folgende Wirkstoffe haben sich bewährt:

  • Glycerin: Hält das Ohrenschmalz geschmeidig und weicht es sanft auf.
  • Meersalz: Unterstützt die natürliche Reinigungskraft des Gehörgangs.
  • Harnstoff (Urea): Hilft effektiv dabei, selbst festsitzendes Ohrenschmalz auflösen zu können.
  • Verdünntes Wasserstoffperoxid: Löst den Verbund des Schmalzes durch aktiven Sauerstoff.

Tragen Sie die Tropfen direkt in den Gehörgang auf, lassen Sie sie ca. 5 - 10 Minuten einwirken und spülen Sie anschließend vorsichtig mit lauwarmem Wasser nach.

Wie erkennt man einen Ohrenschmalzpfropf?

Ein Ohrenschmalzpfropf entsteht, wenn sich Cerumen im Gehörgang verdichtet und diesen teilweise oder vollständig verschließt. Dies kann passieren, wenn das Ohr zu viel Schmalz produziert oder die Selbstreinigungsfunktion gestört ist. Typische Anzeichen sind:

  • Gefühl eines verstopften Ohres: Ein dumpfes Druckgefühl, das oft nach dem Duschen oder Schwimmen verstärkt wird.
  • Hörminderung auf einer Seite: Geräusche wirken plötzlich wie „durch Watte“ gedämpft.
  • Druckgefühl im Ohr: Ein unangenehmes Spannungsgefühl tief im Inneren.
  • Rauschen oder Brummen: Gelegentlich treten begleitende Ohrgeräusche (Tinnitus-ähnlich) auf.

Treten diese Symptome wiederholt auf, sollten Sie den Ohrenschmalzpfropf entfernen, entweder vorsichtig selbst mit geeigneten Mitteln, oder professionell beim Ohrenarzt.

Wie oft sollte man Ohrenschmalz entfernen?

Ohrenschmalz entfernen Sie nur bei Bedarf. Das Ohr verfügt über einen natürlichen Selbstreinigungsmechanismus, der Schmutz und abgestorbene Hautschüppchen nach außen transportiert. Um diesen Prozess nicht zu stören, beachten Sie folgende Empfehlungen für eine gesunde Ohrenreinigung:

  • Häufigkeit: Nicht öfter als 1× pro Woche aktiv das Ohr reinigen. Übermäßiges Reinigen kann die empfindliche Haut im Gehörgang austrocknen und zu Reizungen führen.
  • Einwirkzeit: Tropfen oder Öl immer 5 - 10 Minuten wirken lassen, damit das Ohrenschmalz gelöst werden kann, ohne mechanischen Druck.
  • Wassertemperatur: Verwenden Sie beim Spülen ca. 37 °C warmes Wasser.
  • Druck: Immer sanft und vorsichtig arbeiten, um das Trommelfell nicht zu schädigen.

Welche Geräte zur Ohrreinigung gibt es?

Für die Ohrenreinigung stehen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung, die Sie sicher zu Hause anwenden können. Wichtig ist dabei, dass Sie niemals spitze Gegenstände in den Gehörgang einführen. Folgende Optionen gibt es:

  • Ohrensprays: Diese sind ideal für die regelmäßige Pflege und helfen dabei, das Ohrenschmalz zu lösen, bevor es fest wird.
  • Ohrspülball: Eine kleine Gummipumpe, die ein sanftes Ohrenspülen mit kontrolliertem Druck ermöglicht.
  • Spülgeräte: Spezielle Becher oder Spritzensysteme aus der Apotheke ermöglichen eine gründlichere Reinigung bei stärkerer Verstopfung.
  • Professionelle Reinigung: Diese wird beim Ohrenarzt mit speziellen Absauggeräten oder medizinischen Instrumenten durchgeführt - besonders empfohlen, wenn Sie einen hartnäckigen Ohrenschmalzpfropf entfernen müssen.

Dürfen Kinder Ohrenschmalz entfernen?

Bei Kindern ist beim Ohrenschmalz entfernen besondere Vorsicht geboten, da der Gehörgang noch sehr kurz und empfindlich ist. Eltern sollten hier besonders behutsam vorgehen:

  • Unter 2 Jahren: In diesem Alter sollten Sie keine Spülungen und keine Öle in Eigenregie anwenden. Eine Reinigung des inneren Ohres sollte nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.
  • Ab 2 Jahren: Eine sanfte Reinigung mit einer milden Kochsalzlösung ist möglich, sollte aber nur unter Aufsicht und mit größter Vorsicht erfolgen.
  • Ab 6 Jahren: Kinder können unter elterlicher Anleitung milde Ohrentropfen nutzen, um festsitzendes Ohrenschmalz lösen zu können.

Tipp: Beschränken Sie sich bei Kindern im Zweifelsfall immer nur auf die Reinigung der sichtbaren Ohrmuschel mit einem feuchten Tuch.

Wer sollte Ohrenschmalz nicht selbst entfernen?

Nicht jeder sollte Ohrenschmalz selbst entfernen. In bestimmten Situationen ist das Risiko für Verletzungen oder Infektionen zu hoch, weshalb Sie auf eine Eigenbehandlung verzichten sollten. Suchen Sie unbedingt einen Ohrenarzt auf bei:

  • Trommelfellverletzungen: Wenn bekannt ist, dass Ihr Trommelfell ein Loch oder eine Narbe hat oder frühere Ohr-Operationen durchgeführt wurden.
  • Akuten Ohrentzündungen: Bei stechenden Schmerzen, Pochen oder Schwellungen im Ohr.
  • Schmerzen im Gehörgang: Sobald die Reinigung unangenehm wird oder brennt.
  • Flüssigkeitsaustritt: Wenn Blut oder eitriges Sekret aus dem Ohr austreten.

In diesen Fällen ist eine professionelle Reinigung durch den Spezialisten die einzige sichere Methode, um einen Ohrenschmalzpfropf ohne Folgeschäden zu beseitigen.


 

Häufig gestellte Fragen rund um Ohrenschmalz richtig entfernen

Wie oft sollte man Ohrenschmalz entfernen?
Sind Wattestäbchen geeignet?
Wann sollte man zum Arzt?

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin PTA Kristin Schöfisch

Über unsere Autorin:

Kristin Schöfisch | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Mein Beruf als Pharmazeutisch-technische Assistentin beinhaltet die qualifizierte Beratung zu allen Fragen rund um Gesundheitsthemen, Arzneimittel, Medizinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel. Durch meine Weiterbildung zur Fach-PTA für Homöopathie und Naturheilverfahren verfüge ich über eine besondere Spezialisierung in der Beratung zu pflanzlichen Arzneimitteln und komplementären Behandlungsmethoden. Um stets fachlich auf dem Laufenden zu sein und Ihnen die beste Beratung zu bieten, ist die regelmäßige Fortbildung unerlässlich. Mehr über Kristin Schöfisch

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