Pickel in den Wechseljahren: Ursachen, Behandlung und Prävention

✓ Pharmazeutisch geprüft - Lesezeit: 3 Minuten

Von Ulrike Wendt, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 17.06.2026

Eine lachende reife Frau mit grauen Haaren und gesunder Haut blickt nach oben, wobei feine Fältchen und vereinzelte Hautunreinheiten am Kinn sichtbar sind, die hormonelle Pickel in den Wechseljahren illustrieren.

Die Wechseljahre bringen für viele Frauen körperliche Veränderungen mit sich. Oft denken wir dabei an Hitzewallungen oder Schlafstörungen. Doch auch die Haut verändert sich stark. Plötzlich kämpfen Frauen, die ihre Teenagerzeit längst hinter sich haben, wieder mit Pickeln. Diese hormonelle Akne kann frustrierend sein. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen die Ursachen dieser Hautprobleme in den Wechseljahren und zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Haut effektiv unterstützen können.

Hormonelles Ungleichgewicht fördert Pickel

Ein wesentlicher Grund für Pickel in den Wechseljahren liegt im hormonellen Ungleichgewicht. Während dieser Zeit sinkt der Östrogenspiegel im Körper. Gleichzeitig gewinnen Androgene, wie das männliche Hormon Testosteron, an relativer Stärke. Dieses Ungleichgewicht regt die Talgdrüsen der Haut stärker an. Sie produzieren mehr Talg, der dann die Poren verstopft. Besonders betroffen sind oft Bereiche wie das Kinn, die Kieferlinie und der obere Rücken. Dort sitzen viele Talgdrüsen, die empfindlich auf Androgene reagieren.

Verlangsamte Hauterneuerung verlängert Entzündungen

Mit dem Alter erneuert sich unsere Haut langsamer. Die Zellteilung reduziert sich um bis zu 50 Prozent. Dadurch sammeln sich mehr alte Hornzellen an. Diese verstopfen die Poren zusätzlich. Hinzu kommt ein Verlust an Hautkollagen. Innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Menopause verlieren Frauen bis zu 30 Prozent davon. Das schwächt die Fähigkeit der Haut, sich selbst zu reinigen. Entzündungen bei unreinen Stellen halten länger an. Diese Kombination führt oft zu tiefliegenden, schmerzhaften Entzündungen. Viele kennen sie als unterirdische Pickel.

Schwache Hautbarriere braucht sanfte Pflege

Die hormonelle Umstellung macht auch die natürliche Schutzbarriere der Haut schwächer. Die Haut produziert weniger Ceramide und Hyaluronsäure. Dadurch verliert sie mehr Feuchtigkeit. Sie wird empfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen. Aggressive Reinigungsprodukte, die bei jugendlicher Akne oft helfen, trocknen reife Haut zusätzlich aus. Sie verstärken Entzündungen.

Wichtiger Hinweis:

Verzichten Sie unbedingt auf aggressive mechanische Peelings und Alkohol enthaltende Produkte. Diese schädigen die geschwächte Hautbarriere weiter und verstärken Hautentzündungen. Auch kortisonhaltige Präparate sollten Sie im Gesicht nur nach ärztlicher Rücksprache und nicht langfristig anwenden, da sie die Haut dünner machen können.

Ernährung beeinflusst das Hautbild

Was wir essen, kann unsere Haut beeinflussen. Eine Ernährung mit viel Zucker und Weißmehl erhöht den Insulinspiegel. Das regt die Produktion von Androgenen an. Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen einem hohen glykämischen Index und vermehrter Talgproduktion. Dies gilt besonders für Frauen, die hormonell zu Pickeln neigen. Auch Milchprodukte können die Entzündungsbereitschaft der Haut erhöhen, indem sie die Ausschüttung von IGF-1 fördern. Achten Sie auf eine ausgewogene, zuckerarme Ernährung.

Fehlerhafte Hautpflege verschlimmert die Lage

Viele machen Fehler bei der Pflege unreiner Haut. Wer Pickel häufig ausdrückt, verletzt die Haut. Bakterien gelangen in tiefere Hautschichten. Das kann Narben bilden. Produkte, die Alkohol enthalten oder stark austrocknen, bringen die Haut aus dem Gleichgewicht. Als Reaktion darauf produziert die Haut oft noch mehr Talg. So entsteht ein Teufelskreis.

Darauf sollten Sie achten:

Drücken Sie Pickel nicht selbst aus. Das verteilt Bakterien und führt zu tiefliegenden Entzündungen und Narben. Auch hochkomedogene Pflegeprodukte mit Mineralölen oder schweren Silikonen verstopfen die Poren zusätzlich. Wählen Sie stattdessen leichte, nicht-komedogene Produkte. Wenn Sie Retinol verwenden möchten, starten Sie mit sehr niedrigen Konzentrationen unter 0,3 %. Höhere Dosierungen reizen die empfindliche Haut in den Wechseljahren oft stark.

Fazit

Pickel in den Wechseljahren sind eine Folge hormoneller Veränderungen und einer schwächeren Haut. Mit der richtigen, sanften Pflege und einer bewussten Ernährung können Sie Ihr Hautbild deutlich verbessern. Geduld und eine angepasste Routine helfen Ihnen, diese Herausforderung zu meistern.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Pickel in den Wechseljahren

Gehen hormonelle Pickel nach der Menopause von alleine weg?
Kann Zink bei hormonellen Pickeln helfen?
Warum treten Pickel am Kinn besonders häufig in den Wechseljahren auf?
Welche Wirkstoffe eignen sich für reife Haut bei hormoneller Akne?

Literatur

  1. https://www.springermedizin.de/hormone-ihr-einfluss-auf-mein-leben/23419264
  2. https://dermanostic.com/hautmagazin/alle-akne-formen-im-ueberblick/
  3. https://purish.com/blogs/eu/was-hilft-gegen-unreine-haut
  4. https://www.vitaminexpress.org/de/zink

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin PTA Ulrike Wendt

Über unsere Autorin:

Ulrike Wendt | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Ich bin seit 17 Jahren Pharmazeutisch-technische Assistentin bei mycare.de. Aufgrund der langen Berufserfahrung und der regelmäßigen Fortbildung sind wir schon Experten in Gesundheitsthemen. Mehr erfahren über U. Wendt

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