Mundhygiene verbessern: Ursachen für schlechte Mundhygiene und Hilfe

✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 6 Minuten

Von Birgit Wickner, Pharmazieingenieurin bei mycare.de
Aktualisiert: 23.01.2026

Ein Mann und ein Kind stehen nebeneinander in einem Badezimmer und putzen sich gemeinsam die Zähne

Eine gute Mundhygiene ist essenziell, um Zähne und Zahnfleisch dauerhaft gesund zu erhalten und das Risiko für schwerwiegende Gesundheitsprobleme wie Diabetes oder Herzinfarkte zu senken. Zur effektiven Kariesprophylaxe gehört das zweimal tägliche Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta sowie die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume mittels Zahnseide oder Interdentalbürsten. Warnsignale wie chronischer Mundgeruch oder Zahnfleischbluten deuten auf Entzündungen hin, die professionell behandelt werden sollten. Besonders hormonelle Umstellungen bei Frauen oder Vorerkrankungen erfordern eine akribische Zahnpflege. Eine zuckerarme Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr für den Speichelfluss und eine jährliche professionelle Zahnreinigung ergänzen die Vorsorge. So wird der Zahnschmelz geschützt und die allgemeine Gesundheit nachhaltig gefördert.

 

Warum ist gute Mundhygiene wichtig?

Um Zähne, Zahnfleisch sowie den Mundraum dauerhaft gesund zu erhalten und entzündliche Prozesse im gesamten Organismus zu verhindern, ist eine gute Mundhygiene unerlässlich.

Dabei geht es um weit mehr als nur eine ansprechende Optik: Der Mundraum steht in direktem Zusammenhang mit dem restlichen Körper. Wer auf eine sorgfältige Zahnhygiene achtet, betreibt effektive Kariesprophylaxe und schützt den wertvollen Zahnschmelz vor dem Abbau. Dies ist der sicherste Weg, um Schmerzen und vorzeitigen Zahnverlust zu vermeiden. Wissenschaftliche Studien belegen zudem den engen Zusammenhang zwischen der Mundgesundheit und der Allgemeingesundheit: Bakterien aus dem Mund können über das Zahnfleisch in die Blutbahn gelangen und dort das Risiko für Herzinfarkte, Herzkrankheiten, Demenz oder Diabetes erhöhen. Eine richtige Mundhygiene ist somit ein unverzichtbarer Baustein Ihrer persönlichen Gesundheitsvorsorge.

Besonders deutlich wird die Verbindung zwischen einer Zahnfleischentzündung und Diabetes. Forscher haben herausgefunden, dass hier eine wechselseitige Beeinflussung stattfindet:

  • Diabetes kann Zahnfleischentzündungen begünstigen: Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die kleinen Blutgefäße im Zahnfleisch. Dadurch verschlechtert sich die Durchblutung und die körpereigene Abwehr im Mundraum wird geschwächt. Bakterien können sich leichter vermehren, was das Risiko für schwere Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparats) drastisch erhöht.
  • Parodontitis erschwert die Blutzuckereinstellung: Umgekehrt wirken Entzündungsherde im Mund wie eine ständige Belastung für den Organismus. Die Entzündungsstoffe gelangen in die Blutbahn und können die Insulinresistenz der Zellen verstärken. Das bedeutet: Eine schlechte Zahnhygiene kann dazu führen, dass der Blutzuckerspiegel schlechter einstellbar ist und die Diabetes-Therapie weniger effektiv anschlägt.

Wer an Diabetes erkrankt ist, sollte daher besonders akribisch auf die Reinigung der Zähne und Zahnzwischenräume achten und engmaschige Kontrolltermine beim Zahnarzt wahrnehmen. Eine erfolgreiche Behandlung von Zahnfleischentzündungen kann nachweislich dazu beitragen, den Langzeit-Blutzuckerwert (HbA1c) positiv zu beeinflussen.

Einfache Tipps: Wie lässt sich die Mundhygiene verbessern?

Eine nachhaltige Verbesserung Ihrer Mundgesundheit ist jederzeit möglich. Das Beste daran: Wenn Sie Ihre Gewohnheiten heute anpassen, stellen sich meist schon innerhalb weniger Wochen spürbare Erfolge ein. Ihr Zahnfleisch wird widerstandsfähiger, Entzündungen gehen zurück und das gesamte Frischegefühl im Mundraum nimmt zu.

Mit diesen Schritten etablieren Sie eine richtige Mundhygiene:

  • Zweimal täglich Zähneputzen: Reinigen Sie Ihre Zähne morgens und abends für mindestens zwei Minuten. Führen Sie die Zahnbürste dabei mit sanftem Druck immer vom Zahnfleisch zum Zahn (die sogenannte „Rot-nach-Weiß-Technik“).
  • Zahnseide oder Interdentalbürsten verwenden: Da die Bürste allein die engen Zahnzwischenräume nicht vollständig erreicht, ist die tägliche Anwendung von Zahnseide oder kleinen Zwischenraumbürsten essenziell, um Plaque dort zu entfernen, wo Karies am häufigsten entsteht.
  • Zunge reinigen: Ein Großteil der Bakterien im Mund siedelt auf dem Zungenrücken. Ein spezieller Zungenreiniger hilft, diese Beläge zu entfernen und sorgt für einen dauerhaft frischen Atem.
  • Zahncreme mit Fluorid: Verwenden Sie eine fluoridhaltige Zahncreme, um den Zahnschmelz zu remineralisieren. Dies ist ein entscheidender Faktor für eine wirksame Kariesprophylaxe.
  • Zuckerkonsum reduzieren: Bakterien wandeln Zucker in Säuren um, die den Zahnschmelz angreifen. Reduzieren Sie süße Snacks und Getränke, um den Säurestress für Ihre Zähne zu minimieren.
  • Ausreichend trinken für die Speichelproduktion: Wasser und ungesüßte Tees fördern den Speichelfluss. Speichel ist wichtig, um Speisereste wegzuspülen und Säuren im Mund zu neutralisieren.
  • Professionelle Zahnreinigung (PZR): Lassen Sie mindestens einmal im Jahr eine professionelle Reinigung durchführen. Dabei werden auch harte Beläge (Zahnstein) entfernt, die Sie zu Hause nicht erreichen können.

Zahnpflege ab dem ersten Zahn

Sobald die Spitze des ersten Milchzahns sichtbar ist, beginnt die Kariesprophylaxe. Milchzähne haben einen deutlich dünneren Zahnschmelz als bleibende Zähne und sind daher besonders anfällig.

  • Putzen Sie ab dem ersten Zahn einmal täglich (ab dem zweiten Lebensjahr zweimal) mit einer speziellen, weichen Baby-Zahnbürste oder einem Silikon-Fingerling.
  • Verwenden Sie eine altersgerechte Baby-Zahncreme mit einem reduzierten Fluoridgehalt (500 ppm bis 1.000 ppm, je nach Empfehlung des Kinderarztes).
  • Durch den spielerischen Umgang mit der Zahnhygiene wird für die Kinder das Zähneputzen zur Routine. Zudem können regelmäßige Zahnarztbesuche die Angst vor dem Zahnarzt nehmen.

Was sind die Anzeichen für mangelnde Mund- und Zahn-Hygiene?

Wenn die Zahnhygiene unzureichend ist, sendet unserer Körper deutliche Warnzeichen. Diese Signale zu erkennen und ernst zu nehmen, ist der erste Schritt, um Folgeschäden am Mundraum zu vermeiden und somit auch anderen Gesundheitsproblemen vorzubeugen.

Hier sind die häufigsten Anzeichen im Überblick:

  • Zahnbelag und Verfärbungen: Plaque ist ein weicher, klebriger Biofilm, der entsteht, wenn sich Bakterien mit Speiseresten vermischen. Wird dieser Belag nicht regelmäßig durch gründliches Zähneputzen entfernt, lagern sich Mineralien aus dem Speichel ein und es entsteht harter Zahnstein. Sichtbare gelbliche oder bräunliche Verfärbungen sind oft ein Zeichen dafür, dass sich bereits hartnäckige Beläge auf dem Zahnschmelz festgesetzt haben.
  • Mundgeruch (Halitosis): In etwa 90 % der Fälle liegt die Ursache für schlechten Atem direkt in der Mundhöhle. Bakterien zersetzen organische Stoffe (wie Speisereste), wobei schwefelhaltige Gase entstehen. Wenn die Reinigung der Zahnzwischenräume vernachlässigt wird, können diese Gase chronischen Mundgeruch verursachen.
  • Zahnfleischbluten beim Putzen: Gesundes Zahnfleisch blutet nicht. Wenn es bei der Benutzung der Zahnbürste oder von Zahnseide regelmäßig zu Blutungen kommt, ist dies ein klassisches Frühzeichen für eine Entzündung (Gingivitis). Diese entsteht meist durch Bakterien am Zahnfleischrand.
  • Empfindliche Zähne und Zahnfleischrückgang: Wenn das Zahnfleisch zurückweicht, liegen die empfindlichen Zahnhälse frei. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Häufig stecken eine falsche Putztechnik mit zu viel Druck oder eine fortgeschrittene Entzündung des Zahnbettes dahinter. Die Folge ist eine Überempfindlichkeit gegenüber Reizen wie Kälte oder Hitze.

Welche Ursachen für schlechte Mundhygiene gibt es?

Oft ist es nicht mangelnde Disziplin allein, die zu einer schlechten Mundhygiene führt. Meist spielen verschiedene biologische Faktoren und Lebensgewohnheiten zusammen, wenn die Zahnhygiene aus dem Gleichgewicht gerät. Um Ihre Mundhygiene verbessern zu können, ist es wichtig, die individuellen Ursachen zu identifizieren.

  • Unregelmäßiges oder falsches Zähneputzen: Werden die Beläge nicht konsequent mechanisch mit der Zahnbürste entfernt, bildet sich ein Biofilm. Doch auch die Technik ist entscheidend: Zu starker Druck schadet dem Zahnfleisch, während das Aussparen der Zahnzwischenräume (etwa durch Verzicht auf Zahnseide) Schlupfwinkel für Bakterien lässt.
  • Zuckerhaltige Ernährung: Zucker dient den Bakterien im Mundraum als Energielieferant. Bei der Zersetzung von Zucker produzieren diese Bakterien Säuren, die den Zahnschmelz angreifen und Mineralien herauslösen. Ohne ausreichende Kariesprophylaxe entstehen so schnell Löcher.
  • Mundtrockenheit: Speichel ist das natürliche Reinigungssystem Ihres Körpers. Er neutralisiert Säuren und remineralisiert die Zähne. Ein geringer Speichelfluss, etwa durch zu geringe Flüssigkeitszufuhr oder als Nebenwirkung von Medikamenten, entzieht dem Mund diesen Schutzraum und begünstigt das Bakterienwachstum.
  • Rauchen: Nikotinkonsum ist einer der größten Risikofaktoren für die Mundgesundheit. Er verschlechtert die Durchblutung im Gewebe, wodurch Entzündungen oft unbemerkt bleiben. Das Risiko für eine schwere Parodontitis (bakterielle Zahnbettentzündung) ist bei Rauchern signifikant höher.
  • Stress: Psychische Belastungen wirken sich direkt auf das Immunsystem aus, wodurch die Abwehrkräfte im Mund geschwächt werden. Zudem führt Stress häufig zu Mundtrockenheit oder nächtlichem Zähneknirschen, was die Zahnsubstanz massiv abnutzt.

Wieso sind Frauen häufiger von Zahnfleischproblemen betroffen?

Die Annahme, dass Frauen eine schlechtere Zahnhygiene betreiben würden, ist ein Irrglaube. Tatsächlich zeigen Studien, dass Frauen im Durchschnitt sogar gründlicher in der Zahnpflege sind. Das sie dennoch häufiger unter Entzündungen am Zahnfleisch leiden, hat biologische Ursachen: die Hormone. Hormonelle Schwankungen verändern die Durchblutung und die Beschaffenheit der Schleimhäute im Mundraum, was Bakterien den Angriff erleichtert.

  • Menstruation: Während des Zyklus (oft kurz vor der Periode) steigt der Hormonspiegel an, was zu einer stärkeren Durchblutung des Zahnfleisches führen kann. Es schwillt leichter an und neigt eher zu Blutungen. Fachleute sprechen hierbei von der „Zyklus-Gingivitis“.
  • Schwangerschaft: In dieser Zeit ist der Körper besonders sensibel. Das Gewebe wird lockerer und die Abwehrreaktionen im Mund verändern sich. Plaque-Bakterien lösen nun viel schneller Entzündungen aus. Eine richtige Mundhygiene und zusätzliche Vorsorgetermine beim Zahnarzt sind in dieser Phase besonders wichtig.
  • Menopause: Mit dem Beginn der Wechseljahre sinkt der Östrogenspiegel. Dies kann zu einer empfindlicheren Mundschleimhaut und häufig auch zu Mundtrockenheit führen. Da Speichel eine wichtige Schutzfunktion hat, steigt das Risiko für Infektionen. Zudem gibt es einen engen Zusammenhang zwischen allgemeiner Osteoporose und dem Rückgang des Kieferknochens.

Wann sollte ich zum Zahnarzt bei Mundhygiene-Problemen?

Zwar lässt sich die Mundhygiene verbessern, indem man die tägliche Routine optimiert, doch bei bestimmten Warnsignalen reicht Eigeninitiative nicht aus. Eine professionelle Untersuchung ist dann unerlässlich. Denn, je früher eine Ursache erkannt wird, desto einfacher und schmerzfreier ist die Behandlung.

Sollten Sie eines der folgenden Symptome bei sich feststellen, ist ein Besuch in der Zahnarztpraxis ratsam:

  • Anhaltendes Zahnfleischbluten: Wenn das Zahnfleisch über mehrere Tage hinweg bei jedem Zähneputzen oder beim Einsatz von Zahnseide blutet, deutet dies auf eine chronische Entzündung hin, die professionell behandelt werden muss.
  • Starker, chronischer Mundgeruch: Lässt sich unangenehmer Atem nicht durch Zungenreinigung oder Mundspülungen beheben, könnten tiefsitzende Bakterienherde in den Zahnzwischenräumen oder Zahnfleischtaschen die Ursache sein.
  • Lockere Zähne oder Zahnschmerzen: Dies sind Alarmsignale, die sofortiges Handeln erfordern. Lockere Zähne können ein Hinweis auf eine fortgeschrittene Parodontitis sein, die den Zahnhalteapparat angreift.
  • Sichtbare Karies oder Zahnverfärbungen: Dunkle Punkte, Löcher oder hartnäckige braune Beläge auf dem Zahnschmelz lassen sich nicht wegputzen. Hier ist eine fachgerechte Sanierung oder eine professionelle Zahnreinigung nötig, um die Kariesprophylaxe wiederherzustellen.


 

Häufig gestellte Fragen rund um Mundhygiene

Warum ist Mundhygiene so wichtig?
Wie oft sollte ich meine Zähne putzen?
Wie kann ich meine Mundhygiene verbessern?

Literatur:

  1. https://www.dentnet.de/ratgeber/mundgesundheit-koerpergesundheit#c23744

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin Pharmazieingenieurin Birgit Wickner

Über unsere Autorin:

Birgit Wickner | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Als Pharmazieingenieurin liegt mir die Gesundheit unserer Kunden am Herzen. Um dahingehend optimal beraten zu können, bilde ich mich regelmäßig fort. Mehr über B. Wickner

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