Trockene Augen im Winter
✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 3 Minuten
Von Dr. Leonie
Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 22.09.2025
Trockene Augen im Winter werden hauptsächlich durch kalte Außenluft und trockene Heizungsluft verursacht, die den Tränenfilm destabilisieren. Symptome sind Brennen, Jucken, ein Fremdkörpergefühl und rote Augen. Vorbeugen lässt sich durch regelmäßiges Lüften, das Befeuchten der Raumluft und ausreichendes Trinken. Zur gezielten Linderung helfen Augentropfen oder -gele, und im Freien schützt eine Sonnenbrille. Bei anhaltenden Beschwerden, die trotz dieser Maßnahmen bestehen bleiben, wie bleibende Rötung oder Schmerzen, sollte unbedingt ein Augenarzt aufgesucht werden.
Ursachen für trockene Augen im Winter
Trockene Heizungsluft reduziert die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen - die Tränenflüssigkeit verdunstet schneller, der Tränenfilm reißt auf.
- Kalte Außenluft enthält kaum Feuchtigkeit und belastet die Augenoberfläche, besonders beim Spaziergang oder Sport.
- Zugluft durch offene Fenster oder Lüftungsschlitze trocknet die Hornhaut zusätzlich aus.
- Seltenes Blinzeln (beispielsweise bei Bildschirmarbeit) verringert die natürliche Verteilung der Tränenflüssigkeit über das Augenlid.
- Verminderte Tränenproduktion durch altersbedingte oder saisonale Faktoren beeinträchtigt das Befeuchten der Augen.
- Kontaktlinsen verstärken das Gefühl von trockenen, gereizten Augen bei winterlicher Luft.
Die warme Heizungsluft senkt die Luftfeuchtigkeit stark, was dazu führt, dass der Tränenfilm instabil wird und schneller verdunstet. Dadurch trocknet die Augenoberfläche aus, was zu Brennen, Jucken und einem Fremdkörpergefühl auf der Hornhaut führen kann - ein typisches Symptom gereizter Augen im Winter. Regelmäßiges Befeuchten mit Augentropfen kann helfen, diesen Effekt abzumildern.
Symptome bei trockenen Augen
- Brennen, Stechen oder Jucken der Augenoberfläche
- Gefühl von Sand oder Fremdkörpern auf der Hornhaut
- Rötung der Augen durch Reizung und fehlende Tränenflüssigkeit
- Verschwommenes Sehen durch gestörten Tränenfilm
- Müde, schwere Augen, besonders am Abend
- Übermäßiges Tränen als Reaktion auf Trockenheit (paradoxer Reiz)
- Lichtempfindlichkeit
Wenn die Augen besonders bei trockener Heizungsluft, kaltem Wind oder nach längerem Aufenthalt in Innenräumen gereizt sind, öfter brennen oder blinzeln erfordern, spricht das für einen instabilen Tränenfilm und zu wenig Tränenflüssigkeit. Auch häufiges Reiben oder das Bedürfnis nach Befeuchten durch Augentropfen sind klare Hinweise.
Trockene Augen werden bedenklich, wenn die Beschwerden trotz regelmäßiger Anwendung von Augentropfen anhalten, die Hornhaut dauerhaft gereizt oder geschädigt ist, Entzündungen an der Augenoberfläche oder am Augenlid auftreten oder das Sehvermögen merklich beeinträchtigt ist. In solchen Fällen sollte unbedingt ein Augenarzt aufgesucht werden, um die Augenoberfläche zu schützen und eine nachhaltige Behandlung einzuleiten.

Maßnahmen gegen trockene Augen im Winter
Alle Maßnahmen zielen darauf ab, den Tränenfilm zu stabilisieren, die Tränenflüssigkeit zu erhalten und die Hornhaut im Winter wirksam zu befeuchten und zu schützen.
- Räume regelmäßig lüften, um die trockene Heizungsluft auszugleichen.
- Zugluft vermeiden, z. B. durch das Abwenden von Ventilatoren oder Heizlüftern.
- Ausreichend Wasser trinken, um die Bildung der Tränenflüssigkeit zu unterstützen.
- Bewusst häufiger blinzeln, besonders bei Bildschirmarbeit.
- Luftbefeuchter oder feuchte Tücher im Raum aufstellen, um den Tränenfilm zu stabilisieren.
- Augen mit warmen Kompressen und sanfter Augenlid-Massage pflegen, um die Lipidproduktion zu fördern.
- Sonnenbrille oder Schutzbrille bei Wind und Kälte tragen - sie schützt die Augenoberfläche.
Medikamente und Hilfsmittel:
- Augentropfen zum gezielten Befeuchten der Hornhaut - am besten ohne Konservierungsstoffe.
- Augengele für die Nacht, die den Tränenfilm länger stabil halten.
- Omega-3-Fettsäuren (in Absprache mit dem Arzt), um die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit zu verbessern
Hausmittel gegen trockene Augen im Winter:
- Lidrandpflege mit warmem Schwarztee oder Kamillentee (nur bei guter Verträglichkeit).
- Warmes Handtuch auf die geschlossenen Augen legen, um die Talgdrüsen im Augenlid zu aktivieren.
- Raumklima mit feuchten Tüchern oder Schalen Wasser auf der Heizung verbessern.
Vorbeugung trockener und gereizter Augen im Winter
Trockene und gereizte Augen im Winter lassen sich mit gezielten Maßnahmen gut vorbeugen. Besonders die trockene Heizungsluft in Innenräumen ist ein häufiger Auslöser für die Verdunstung der Tränenflüssigkeit und eine Störung des Tränenfilms, was zu Reizungen der Hornhaut und der gesamten Augenoberfläche führt. Um dem entgegenzuwirken, sollte die Luftfeuchtigkeit in Wohn- und Arbeitsräumen idealerweise zwischen 40 und 60 % liegen. Dies lässt sich durch regelmäßiges Lüften, den Einsatz von Luftbefeuchtern oder das Platzieren feuchter Tücher auf Heizkörpern erreichen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das ausreichende Trinken von Wasser. Nur bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr kann der Körper genügend Tränenflüssigkeit produzieren, um die Hornhaut durch einen stabilen Tränenfilm zu schützen und die Augenoberfläche feucht zu halten. Besonders in beheizten Räumen und bei längerer Bildschirmarbeit wird das Blinzeln oft vernachlässigt - das ist jedoch entscheidend für das gleichmäßige Befeuchten der Augen durch das Augenlid. Deshalb hilft es, bewusst öfter zu blinzeln, um den Tränenfilm intakt zu halten.
Draußen schützt man die Augen vor kalter, trockener Luft und Wind am besten mit einer Sonnenbrille oder Windschutzbrille. Auch ein Schal oder eine Kapuze können helfen, die Augen vor direkter Winterkälte und dem Austrocknen zu schützen. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, regelmäßig Augentropfen ohne Konservierungsstoffe zu verwenden, um den natürlichen Tränenfilm zu stabilisieren und die Augen gezielt zu befeuchten. Wer empfindlich reagiert oder bereits erste Anzeichen wie Brennen, Rötung oder ein Fremdkörpergefühl verspürt, sollte auch die Pflege der Augenlider mit warmen Kompressen in die tägliche Routine einbauen. Das aktiviert die Talgdrüsen im Lidrand, was die Lipidschicht des Tränenfilms verbessert und die Verdunstung der Tränenflüssigkeit deutlich reduziert.
Arztbesuch bei trockenen Augen
Zum Arzt sollte man gehen, wenn die gereizten Augen im Winter trotz Augentropfen nicht besser werden. Bei anhaltendem Brennen, Rötung oder Schmerzen auf der Augenoberfläche ist eine Abklärung wichtig. Wenn die Tränenflüssigkeit ausbleibt und der Tränenfilm dauerhaft gestört ist, kann die Hornhaut Schaden nehmen. Auch bei Sehstörungen oder Entzündungen am Augenlid sollte ein Augenarzt aufgesucht werden.
Häufig gestellte Fragen rund um trockene Augen im Winter
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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