Wirkstoff Dexibuprofen: Das neue Schmerzmittel
✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 3 Minuten
Von Dr. Leonie
Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 16.09.2025
Dexibuprofen, seit 2025 rezeptfrei erhältlich, ist ein modernes Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Es ist das aktive Enantiomer von Ibuprofen und wirkt gezielt gegen Schmerzen, Fieber und Entzündungen. Durch die ausschließliche Verwendung des wirksamen Bestandteils erzielt Dexibuprofen eine schnellere und stärkere Wirkung bei einer geringeren Einzeldosis als herkömmliches Ibuprofen. Dies führt potenziell zu einer verbesserten Magenverträglichkeit. Die empfohlene Einzeldosis liegt bei 200 bis 400 mg. Wie bei anderen NSAR sollte die Einnahme ohne ärztlichen Rat maximal drei bis vier Tage betragen.
Was ist Dexibuprofen - Grundlagen
Dexibuprofen ist der pharmakologisch aktive Wirkstoff aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), der gezielt zur Schmerzlinderung eingesetzt wird – insbesondere bei Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Gelenkentzündungen. Im Unterschied zu klassischem Ibuprofen enthält Dexibuprofen nur das therapeutisch wirksame Enantiomer*, wodurch eine effizientere Wirkung bei geringerer Einzeldosis erzielt werden kann. In modernen Präparaten wird Dexibuprofen daher zunehmend bevorzugt, wenn es um die gezielte Hemmung von Entzündungsprozessen geht.
*Ein Enantiomer ist ein Begriff aus der Chemie. Es ist ein Molekül, das wie das Spiegelbild eines anderen aussieht – ähnlich wie deine linke und rechte Hand. Beide haben die gleiche Zusammensetzung, aber ihre Anordnung im Raum ist unterschiedlich. Dadurch können sie im Körper unterschiedlich wirken.
Wirkung von Dexibuprofen
Dexibuprofen ist die wirksame Form von Ibuprofen und hemmt bestimmte Enzyme im Körper (COX-1 und COX-2), die an der Entstehung von Schmerz, Entzündung und Fieber beteiligt sind. Besonders durch die Blockierung von COX-2 wird die Bildung von Botenstoffen (Prostaglandinen) gehemmt, die Entzündungen auslösen. Dadurch lindert Dexibuprofen Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen spürbar.

Dexibuprofen oder Ibuprofen
Ibuprofen und Dexibuprofen wirken, indem sie bestimmte Enzyme (COX-1 und COX-2) im Körper blockieren. Diese Enzyme helfen bei der Bildung von Prostaglandinen – das sind Stoffe, die Schmerzen, Entzündungen und Fieber Ibuprofen auslösen. Wenn diese Enzyme gehemmt werden, lassen die Beschwerden nach, zum Beispiel bei Kopfschmerzen.
Der Unterschied zwischen den beiden liegt in ihrer Zusammensetzung: Ibuprofen enthält zwei Formen (Enantiomere), von denen nur eine – das sogenannte (S)-Enantiomer – wirklich wirkt. Dexibuprofen besteht nur aus dieser wirksamen Form, was die Wirkung gezielter und oft besser verträglich macht.
Folgende Punkte unterscheiden die beiden Medikamente voneinander:
- Wirkstoffgehalt: Dexibuprofen benötigt eine geringere Einzeldosis, da nur das aktive Enantiomer enthalten ist. Beispielsweise sind die Dexibu-ratiopharm 200 mg Filmtabletten erhältlich.
- Da eine niedrigere Einzeldosis für die gleiche Wirkung ausreicht, kann die metabolische Belastung für Leber und Niere geringer sein. Das ist besonders bei längerer Anwendung oder bei Menschen mit vorbestehenden Organproblemen ein wichtiger Aspekt.
- Wirkeintritt: Die Dexibuprofen Wirkung tritt oft schneller ein, da der Körper keine Umwandlung des inaktiven Enantiomers vornehmen muss.
- Verträglichkeit: Dexibuprofen ist durch die gezielte Hemmung oft magenverträglicher als Ibuprofen.
- Effizienz: Bei gleicher Dosierung erzielt Dexibuprofen eine stärkere Schmerzlinderung.
- Pharmakologische Reinheit: Als reiner Wirkstoff wird Dexibuprofen von vielen Pharmakologen als moderner angesehen.
Die höhere Kostenstruktur von Dexibuprofen Präparaten liegt vor allem in der aufwendigen Herstellung: Das Herausfiltern des aktiven Enantiomers aus dem racemischen Gemisch ist technisch komplexer. Zudem sind die Entwicklung und Zulassung neuer Hemmer wie Dexibuprofen kostenintensiver. Der höhere Preis spiegelt auch die verbesserte Wirkung, die reduzierte Einzeldosis und die potenziell bessere Verträglichkeit im Vergleich zu Ibuprofen wider.
Dosierung von Dexibuprofen
Die empfohlene Einzeldosis von Dexibuprofen zur Schmerzlinderung liegt in der Regel bei 200 bis 400 mg, abhängig von der Intensität der Beschwerden, z.B. bei Kopfschmerzen, Zahnschmerzen oder Menstruationsbeschwerden. Die maximale Tagesdosis beträgt in der Selbstmedikation 1200 mg, aufgeteilt in mehrere Gaben. In ärztlicher Behandlung kann eine höhere Dosis verordnet werden, jedoch stets unter Berücksichtigung der individuellen Verträglichkeit. Wichtig: Dexibuprofen Präparate sollten nicht auf nüchternen Magen eingenommen werden, um die Magenschleimhaut zu schonen – trotz besserer Verträglichkeit im Vergleich zu Ibuprofen.
Im Unterschied zu herkömmlichem Ibuprofen enthält Dexibuprofen ausschließlich das aktive (S)-Enantiomer, das für die Hemmung der Cyclooxygenase und damit für die entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung verantwortlich ist.
Ibuprofen besteht dagegen zur Hälfte aus dem inaktiven (R)-Enantiomer, das der Körper erst teilweise in das aktive umwandeln muss &ndash, was Energie kostet und die Wirksamkeit verzögert.
Deshalb reicht bei Dexibuprofen eine geringere Einzeldosis aus, um denselben therapeutischen Effekt zu erzielen. Viele Pharmakologen sehen darin einen klaren Vorteil – vor allem bei häufigem Einsatz zur Schmerzlinderung bei z.B. Kopfschmerzen. Diese höhere Effizienz ist ein wesentliches Argument in der Diskussion um Dexibuprofen oder Ibuprofen.
Wichtige Hinweise zu Dexibuprofen
Dexibuprofen ist ein effektiver Wirkstoff zur Schmerzlinderung, z.B. bei Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen oder Zahnschmerzen. Dennoch sollte die Einnahme – wie bei allen NSAR – mit Bedacht erfolgen. Auch wenn durch die gezielte Hemmung der Cyclooxygenase mit nur einem Enantiomer eine bessere Verträglichkeit möglich ist, sind bestimmte Hinweise zu beachten.
Typische Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Sodbrennen oder Bauchschmerzen. In seltenen Fällen kann es zu Hautausschlägen, Schwindel oder Nierenfunktionsstörungen kommen. Eine vollständige Liste möglicher Nebenwirkungen findet sich in der Packungsbeilage des jeweiligen Dexibuprofen Präparats.
Dexibuprofen, wie auch Ibuprofen, kann die Wirkung bestimmter Medikamente beeinflussen, z.B.: Blutdruckmedikamente (z.B. ACE-Hemmer, Diuretika), Gerinnungshemmer (z.B. ASS, Warfarin – erhöhtes Blutungsrisiko) oder Methotrexat (gesteigerte Toxizität möglich).
Studien (1) zeigen, dass Dexibuprofen durch die Verwendung des reinen, aktiven Enantiomers oft besser verträglich ist als klassisches Ibuprofen. Besonders im Magen-Darm-Bereich können Beschwerden seltener auftreten, da die notwendige Einzeldosis zur gewünschten Wirkung geringer ist.
Wie bei allen Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) gilt: Nicht länger als 3 - 4 Tage ohne ärztlichen Rat anwenden, insbesondere bei Kopfschmerzen – da auch sogenannte medikamenteninduzierte Kopfschmerzen bei zu häufiger Anwendung auftreten können.
Folgende Gruppen sollten Dexibuprofen nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen:
- Menschen mit Magen- oder Darmgeschwüren
- Patienten mit Nieren- oder Lebererkrankungen
- Herzkranke und Bluthochdruck-Patienten
- Schwangere, insbesondere im letzten Drittel
- Ältere Menschen (höheres Risiko für Nebenwirkungen)
- Bislang sind die Tabletten für Erwachsene ab 18 Jahren bestimmt. Es wird erwartet, dass Dexibuprofen auch für Kinder eine Zulassung erhalten wird.
Auch wenn Dexibuprofen oder Ibuprofen für viele vergleichbar wirken, kann Dexibuprofen durch die geringere Einzeldosis und gezielte Hemmung für bestimmte Patienten vorteilhafter sein – die individuelle Risikoabwägung sollte jedoch immer ärztlich begleitet werden.
Literatur:
- Rainsford, K. D., Quadir, M. (2002). Pharmacokinetics and pharmacodynamics of dexibuprofen. Clinical Rheumatology, 21(Suppl 1), S20–S24. https://doi.org/10.1007/s100670200037.
Häufig gestellte Fragen rund um Dexibuprofen
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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