8 Fakten zu dem Durchfallmedikament Loperamid
✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 3 Minuten
Autorin Dr. Leonie
Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 16.09.2025
Loperamid ist ein Wirkstoff, der zur symptomatischen Behandlung von akutem Durchfall eingesetzt wird. Es wirkt, indem es die Darmbewegungen hemmt und die Wasseraufnahme in den Körper erhöht. Obwohl es zu den Opioiden zählt, überwindet es die Blut-Hirn-Schranke nicht und hat daher keine zentralnervösen Effekte. Ohne ärztliche Rücksprache sollte Loperamid nicht länger als zwei Tage eingenommen werden. Es ist nicht für Durchfälle mit Fieber oder Blut im Stuhl geeignet. Mögliche Nebenwirkungen sind Verstopfung und Übelkeit. Die Einnahme ist für Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren in der Selbstmedikation nicht empfohlen.
Wirkungsweise von Loperamid
Die Wirkung von Loperamid wird durch eine Hemmung der Darmmotilität erzielt sowie durch Bindung des Wirkstoffs an spezielle Rezeptoren in der Darmwand. Auf diese Weise kann er Darmbewegungen, die den Darminhalt weitertransportieren, teilweise verhindern und damit den Stuhldrang und die Stuhlfrequenz reduzieren. Eine vermehrte Wasseraufnahme in den Körper wird wieder möglich. Der Stuhl wird verdickt, weil er länger im Darm verbleibt.
Zusätzlich bewirkt Loperamid im Enddarmbereich eine Muskelanspannung des Schließmuskels. Obwohl der Wirkstoff zu den Opioiden zählt, besteht bei sachgerechter Anwendung kein Risiko für unerwünschte Wirkungen im Zentralnervensystem. Die Substanz überwindet nicht die Blut-Hirn-Schranke, besitzt deshalb auch keine zentralen Wirkungen und ist deshalb auch freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich.

Wirkbeginn und Wirkdauer von Loperamid
Die Wirkung setzt abhängig von der Darreichungsform nach 30 bis 60 Minuten ein und hält dosisabhängig im Durchschnitt zwei Tage an.
Anwendungsbereiche von Loperamid
Loperamid findet vor allem bei akutem Durchfall Einsatz. Wenn die Beschwerden länger als zwei Tage andauern, bedarf dies einer ärztlichen Abklärung. Ohne Rücksprache mit einem Arzt sollte Loperamid über diesen Zeitraum hinaus nicht eingenommen werden.
Verschreibungspflicht von Loperamid
Arzneimittel mit Loperamid zur Akutbehandlung für Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren sind freiverkäuflich erhältlich. Parallel gibt es Loperamid in bestimmten Darreichungsformen und verschiedenen Packungsgrößen auch verschreibungspflichtig für die ärztliche Therapieanweisung.
Anwendung von Loperamid?
In der Apotheke erhältlich ist der Wirkstoff Loperamid in verschiedenen Darreichungsformen: Es existieren Tabletten, beispielsweise Loperamid akut, Hartkapseln, wie die Loperamid Akut Hartkapseln von Aluid Pharma, und Schmelztabletten.
Generell ist jedoch bei Durchfall darauf zu achten, dass der erhöhte Wasser- und Mineralienverlust bedingt durch den Durchfall wieder ausgeglichen werden muss. Grundsätzlich sollte den Angaben in der Packungsbeilage Beachtung geschenkt werden und Fragen mit dem Arzt oder Apotheker vor der Einnahme kommuniziert werden.
Bei akutem Durchfall können, wenn keine medizinischen Gründe zur Dosisanpassung vorliegen, zu Beginn einmalig 4 mg Loperamid eingenommen werden. Das entspricht 2 Tabletten beziehungsweise 2 Kapseln oder 2 Schmelztabletten. Danach können nach jedem ungeformten Stuhl weitere 2 mg verabreicht werden, entsprechend einer Tablette, Kapsel oder Schmelztablette. Insgesamt darf eine tägliche Dosis von 12 mg nicht überschritten werden, das heißt, bei 6 Tabletten oder Kapseln beziehungsweise Schmelztabletten ist die Maximaldosierung für diesen Tag ausgeschöpft. Auch wenn Loperamid unter ärztlicher Aufsicht längerfristig angewendet wird, sollte in der Selbstmedikation die Einnahme auf höchstens zwei Tage beschränkt sein.
Gegenanzeigen für Loperamid
In folgenden Fällen darf Loperamid nicht eingenommen werden:
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
- Kinder unter 2 Jahre
- Durchfälle, die mit Fieber und blutigem Stuhl einhergehen (z. B. bei akuter Dysenterie)
- Einem akuten Schub einer Colitis ulcerosa
- Einer bakteriellen Enterokolitis, die durch invasive Mikroorganismen (z.B. Salmonellen, Shigellen und Campylobacter) hervorgerufen wird
- Durchfällen, die während oder nach der Einnahme von Antibiotika auftreten (pseudomembranöse Colitis)
- Verstopfung oder Darmverschluss
- Schwangerschaft und Stillzeit
Ein Arztbesuch ist unerlässlich, wenn neben dem Durchfall zusätzlich Fieber und/oder blutiger Stuhl auftritt sowie bei chronischen Durchfallerkrankungen und akuten Schüben der Colitis ulcerosa.
Loperamid bei Kindern und in der Schwangerschaft
Da keine Erfahrungen zur Anwendung in der Schwangerschaft vorliegen und der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht, sollte von der Einnahme in Schwangerschaft und Stillzeit abgesehen werden.
Da bei Säuglingen und Kleinkindern unter 2 Jahren die Blut-Hirn-Schranke noch nicht ausreichend ausgebildet ist, wird Loperamid in diesem Altersbereich generell nicht eingesetzt. Im Rahmen einer ärztlichen Therapie kann der Wirkstoff bei Kindern ab 2 Jahren verordnet werden. Die freiverkäuflichen Präparate sind für die Anwendung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren zugelassen.
Mögliche Nebenwirkungen von Loperamid
Mit der Einnahme von Loperamid können auch unerwünschte Wirkungen auftreten, beobachtet wurden Kopfschmerzen, Schwindel, Verstopfung, Übelkeit oder Blähungen.
Möglich, aber seltener sind z.B. Bauchbeschwerden, Mundtrockenheit, Schmerzen im Oberbauch, Erbrechen, Hautausschlag und Somnolenz (eine Bewusstseinsstörung, bei der eine Art Benommenheit/Schläfrigkeit entsteht). Noch seltener sind unter anderem Überempfindlichkeitsreaktionen, Bewusstseinsverlust, erhöhter Muskeltonus, abnorme Koordination, Darmverschluss, Zungenbrennen, Juckreiz und Müdigkeit.
Wechselwirkungen von Loperamid mit anderen Medikamenten
Einige Wirkstoffe verursachen einen Anstieg der Loperamid-Konzentration im Plasma. Dazu einige Beispiele:
Die Kombination von Loperamid mit dem Wirkstoff Chinidin würde die Plasmakonzentration von Loperamid um das 2- bis 3-fache erhöhen, die Einnahme von Itraconazol würde in der Kombination einen 3- bis 4-fachen Anstieg der Loperamid-Plasmakonzentrationen bewirken, Ketoconazol sogar einen 5-fachen Anstieg.
Sollten andere Arzneimittel regelmäßig eingenommen werden, informieren Sie sich vor der Einnahme von Loperamid bei ihrem behandelnden Arzt oder in der Apotheke zu eventuellen Wechselwirkungen. Gegebenenfalls erhalten Sie dort, falls aufgrund der Medikation erforderlich, auch Alternativempfehlungen.
Häufig gestellte Fragen rund um Loperamid
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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