Alle Fakten zu Warzen und wie sie behandelt werden

✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 4 Minuten

Autorin Dr. Leonie Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 17.04.2023

Ein Arzt verödet eine Warze auf einem Handrücken.

Warzen sind gutartige Wucherungen der Haut, die an unterschiedlichen Körperstellen auftreten und verschiedene Formen haben können. Warzen werden durch Viren verursacht. Sie sind ansteckend und weit verbreitet: Fast jeder Mensch bekommt irgendwann in seinem Leben eine Warze. Viruswarzen können in jedem Alter auftreten, am häufigsten sind sie jedoch bei Kindern und Jugendlichen. Die meisten Warzen sind harmlos und verschwinden innerhalb von Wochen oder Monaten von selbst. Es gibt verschiedene Behandlungen von Warzen: Sie können mit Chemikalien, durch Vereisen oder Veröden und Wegschneiden entfernt werden.

Was sind Warzen?

Warzen sind harte Geschwülste, die meist eine raue Oberfläche besitzen. Sie sind rund oder unregelmäßig geformt, hellgrau, gelb, braun oder schwarzgrau. Sie sind üblicherweise an Stellen zu finden, die häufig Verletzungen ausgesetzt sind, also an den Knien, den Fingern und den Ellbogen oder Fersen.

Warzen, in der medizinischen Fachsprache auch Verrucae genannt, werden von einem Virus (Humanes Papillomavirus, HPV) verursacht. Erhabene oder flache Wucherungen können überall auf der Haut auftreten. Die meisten Warzen sind schmerzlos.

Warzen können in jedem Alter auftreten, sind aber am häufigsten bei Kindern anzutreffen. Daneben gibt es Alterswarzen, die bei älteren Menschen häufig vorkommen.

Infografik Warzen: Formen, Risikofaktoren, Behandlung, Vorbeugung

Gibt es verschiedene Arten von Warzen?

Warzen werden nach dem Ort ihres Auftretens und ihrer Form eingeteilt. Manche Warzen bilden Anhäufungen, andere wiederum treten einzeln auf. Die meisten Warzen sind schmerzlos. Warzen an den Füßen können jedoch beim Stehen oder Gehen zu Schmerzen führen. Warzen können schwarze Punkte haben, insbesondere dann, wenn man sie abrasiert.

  • Dornwarzen, oder Plantarwarzen, treten an den Fußsohlen auf, wo sie normalerweise durch den Druck, der beim Laufen entsteht, abgeflacht werden und durch verdicktes Hautgewebe umgeben sind. Palmarwarzen entstehen hingegen an den Handflächen.
  • Flachwarzen kommen in erster Linie bei Kindern und jungen Erwachsenen vor und treten im Allgemeinen gruppenweise in Form glatter, gelbbrauner, pink- oder fleischfarbener Knoten auf, vor allem im Gesicht und auf den Handrücken. Auch im Bartbereich von Männern und an den Beinen von Frauen siedeln sich Flachwarzen gern an, weil sie durch das Rasieren verbreitet werden. Diese Art von Warzen führt zwar zu keinerlei Symptomen, ist aber meist schwierig zu behandeln.
  • Feigwarzen werden auch Kondylome genannt und treten an Penis, Anus, in der Scheidenregion und am Gebärmutterhals auf. Sie können flache, glatte, samtige oder unregelmäßig geformte, unebene Gewächse sein. Oft erinnern deren Aussehen an einen kleinen Blumenkohl.
  • Stielwarzen werden auch Fibrome genannt und sind keine echten Warzen. Es handelt sich um kleine, weiche, gestielte Hautanhängsel.

Sind Warzen ansteckend?

Ja, denn sie werden von einem Virus ausgelöst. Im Unterschied zu den Viruswarzen sind die sogenannten Alterswarzen nicht ansteckend. In diesem Artikel geht es ausschließlich um Viruswarzen.

Da zur Verbreitung des Virus ein längerer oder wiederholter Kontakt notwendig ist, breiten sich Warzen häufig von einem Bereich des Körpers auf einen anderen, aber auch von einer Person auf eine andere aus. Damit sie entstehen können, bedarf es in der Regel eines kleinen Risses in der Haut.

Feigwarzen werden über sexuellen Kontakt weitergegeben. Die meisten Warzen sind harmlos, können aber ziemlich lästig sein. Ausgenommen sind bestimmte Arten von Feigwarzen, die Krebs im Mund, in der Kehle und an den Genitalien verursachen können.

Warum entstehen Warzen?

Warzen treten infolge einer Infektion mit HPV auf. Diese Viren können sowohl direkt von Mensch zu Mensch als auch über gemeinsam benutzte Gegenstände übertragen werden.

Gibt es Risikofaktoren für das Entstehen von Warzen?

Ja, manche Menschen haben ein höheres Risiko für Warzen als andere:

  • Menschen mit einem geschwächten Immunsystem (Patienten nach einer Organtransplantation, Menschen, die regelmäßig immunsupprimierende Medikamente einnehmen müssen, oder Betroffene mit einer schweren Erkrankung wie Krebs oder HIV).
  • Menschen, die oft Gemeinschaftsduschen nutzen, etwa beim Sport oder im Schwimmbad.
  • Menschen mit Familienangehörigen, die Warzen haben.
  • Schulkinder, in deren Klasse viele Kinder Warzen haben.
  • Menschen mit atopischen Erkrankungen wie Neurodermitis.

Kann ich der Warzenbildung vorbeugen?

  • Nicht an Warzen zu kratzen oder zu ziehen, damit sich die Viren nicht verteilen.
  • Da HP-Viren bei feuchtwarmem Hautklima leichteres Spiel haben, die Füße nach dem Duschen stets gut abtrocknen.
  • Fettcremes helfen gegen rissige Hände und Füße und reduzieren so mögliche Eintrittspforten für die Viren.
  • Sich nach dem Anfassen einer Warze gründlich die Hände waschen.
  • Täglich die Socken zu wechseln.
  • Instrumente wie Bimssteine oder Feilen nicht zu benutzen, wenn damit vorher eine Warze bearbeitet wurde.

Wie werden Warzen behandelt?

Die meisten Warzen bilden sich ohne Behandlung innerhalb von ein bis zwei Jahren zurück. Warzen muss man nur behandeln, wenn sie schmerzhaft sind oder sie einen psychisch belasten. Feigwarzen werden behandelt, um ein Ausbreiten auf einen Sexualpartner zu verhindern. Feigwarzen können aber durch einen Impfstoff gegen HPV verhindert werden.

Wichtig zu wissen: Alle Warzentypen können nach der Behandlung wiederkehren. Plantarwarzen sind am schwierigsten zu behandeln.

Zur Behandlung von Warzen gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Produkte, die lokal aufgetragen werden können, beinhalten Salizylsäure und Milchsäure, Trichloressigsäure, 5-Fluorouracil, Tretinoin oder Podophyllum-Harz. Imiquimod, Podofilox-Lösung und Sinecatechine kommen zur Behandlung von Genitalwarzen zum Einsatz.

 Tipp: Es gibt auch praktische Produkte in Stiftform, wie den Endwarts Pen, oder Pflasterform, wie Wartner Pflaster, um Warzen zu bekämpfen.

Einige Chemikalien können durch die betroffene Person selbst angewandt werden, während andere nur durch einen Arzt angewandt werden sollten. Die meisten Chemikalien verätzen gesunde Haut, daher ist es wichtig, die Anweisungen genau zu beachten, wenn sie zuhause angewandt werden.

Vereisen, auch Kältetherapie genannt: Warzen werden mit verschiedenen Vereisungsgeräten oder mit flüssigem Stickstoff vereist. Diese Methode wird oft bei Dornwarzen und Warzen unter den Fingernägeln angewandt. Häufig sind mehrere Behandlungen in monatlichen Abständen erforderlich.

Veröden und Wegschneiden: Diese Methoden sind wirksam, aber schmerzhafter und hinterlassen in der Regel Narben. Zum Veröden der Warzen wird ein Laser oder elektrischer Strom verwendet. Dies muss von einer Fachperson (Arzt) durchgeführt werden.

Gibt es Hausmittel gegen Warzen?

Naturtrüber Apfelessig soll dabei helfen, Warzen auszutrocknen. Apfelessig kann überflüssige Haut auflösen, daher kann das Mittel Erfolge bei der Behandlung von Stielwarzen aufweisen. Bisher gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Studien, die diesen Erfolg belegen. Teebaumöl wirkt antiviral und kann deshalb bestehenden Infektionen entgegenwirken. Auch hierzu gibt es noch keine Studien, die den antiviralen Effekt von Teebaumöl bei der Behandlung von Warzen direkt beweisen. Bei der Selbstanwendung ist immer darauf zu achten, dass es zu keiner Schädigung der gesunden umgebenden Haut kommt.

Wann sollte ich mit Warzen zum Arzt?

Gehen Sie zum Arzt, wenn die Warze durch gängige Behandlungen nicht verschwinden oder wenn sie starke Schmerzen verursacht. Der Arzt kann die Hautwucherungen durch oben genannte Therapien entfernen.

Im Überblick: Die Fakten zu Warzen

  • Warzen treten vor allem bei Kindern und Jugendlichen häufig auf.
  • Es gibt verschiedene Arten von Warzen.
  • Warzen sind meist harmlos.
  • Warzen entstehen durch bestimmte Arten von HPV.
  • Die am meisten betroffenen Stellen sind Hände oder Fußsohlen.
  • Warzen heilen in der Regel von allein ab, der Heilungsverlauf kann jedoch auch schon mal ein bis zwei Jahre betragen.
  • Warzen können mit Chemikalien, durch Vereisen oder Veröden und Wegschneiden entfernt werden.

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin Ärztin Dr. Leonie Dolder

Über unsere Autorin:

Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern. Mehr über L. Dolder

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Janet, Apothekerin bei mycare.de
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