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9 Fragen zur Prostata

Von Janet Baron, Apothekerin bei mycare.de
Aktualisiert: 20.06.2022

Älterer Mann hat Spaß auf dem Fahrrad.

Viele Männer haben im Laufe ihres Lebens Schwierigkeiten mit der Prostata. Ein häufiger Harndrang ist nur ein erstes Symptom. Hier gilt es dann schon oft, gleich zu handeln. Die Prostataentzündung und auch die Prostatavergrößerung sind zwei Erkrankungen, die es dem Patienten im Alltag manchmal schwer machen. Wir fassen für Sie alles zum Thema der Prostata zusammen. Vom Verlauf der Prostataerkrankungen über mögliche Behandlungsmöglichkeiten geben wir auch Tipps, wie sich eine Erkrankung vorbeugen lässt.

Was ist die Prostata?

Um zu verstehen, wie die Symptome entstehen, ist es wichtig zu wissen, was die Prostata genau ist und wo sie im Körper sitzt. Die kastaniengroße Prostata oder Vorsteherdrüse befindet sich unterhalb der Harnblase und ist an der Produktion des Spermas beteiligt. Bei einer Ejakulation gibt die Prostata ein Sekret in die Harnröhre ab, das die Spermien beweglich macht und sie vor dem niedrigen pH-Wert der Vagina schützt. Durch ihre enge Verbindung mit der Harnröhre ist die Prostata anfällig für durch Bakterien oder Stoffwechselprodukte ausgelöste Entzündungen. Außerdem kann sie sich durch verschiedene Ursachen vergrößern - so entsteht das Krankheitsbild der gutartigen Prostatavergrößerung.

Infografik Prostata: Ursachen und Behandlung von Prostataentzündung und Prostatavergrößerung

Was ist eine Prostataentzündung?

Die Prostataentzündung, medizinisch auch Prostatitis genannt, ist eine relativ häufige Erkrankung der Vorsteherdrüse. Diese Entzündung kann akut oder chronisch ablaufen – je nachdem wird die Therapie angepasst. Im Alter steigt die Gefahr, eine Prostataentzündung zu bekommen. Im Schnitt erkrankt rund jeder zehnte Mann mindestens einmal im Leben an einer Prostatitis. Außerdem hat sich in der Medizin mittlerweile der Begriff Prostatitis Syndrom etabliert – darunter werden verschiedene Beschwerden im Beckenbereich des Mannes zusammengefasst, unter anderem die akute und chronische Prostatitis, die abakterielle Prostatitis, auch chronisches Beckenschmerzsyndrom genannt, und die asymptomatische Prostatitis.

Welche Symptome löst die Prostataentzündung aus?

Typische Begleiterscheinungen einer Prostataentzündung sind brennende Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und Schmerzen im Damm- und Blasenbereich. Dazu gibt es spezielle Symptome, die auf eine akute oder eine chronische Prostataentzündung schließen lassen.

Symptome der akuten Prostataentzündung:

  • Fieber und Schüttelfrost
  • Abgeschwächter Harnstrahl
  • Häufiger Harndrang
  • Schmerzen während oder nach der Ejakulation
  • Blut im Urin

Symptome der chronischen Prostataentzündung:

  • Druckgefühl im Dammbereich oder Unterbauch
  • Blut im Sperma oder Urin
  • Libido- und Potenzstörungen

Welche Ursachen kann eine Prostatitis haben?

Die bakterielle akute und chronische Prostatitis hat, wie der Name sagt, Bakterien als Ursprung. Unter anderem gelangen diese über das Blut zur Prostata oder sie breiten sich durch eine bakterielle Infektion der Harnröhre bis zur Prostata aus. Aus der akuten wird eine chronische Prostatitis, wenn die Beschwerden über einen Zeitraum von drei Monaten anhalten und sich immer wieder Keime im Urin und der durch eine Prostatamassage gewonnenen Flüssigkeit finden lassen.

In einigen Fällen lassen sich trotz der typischen, auf eine Prostataentzündung hinweisenden Beschwerden aber keine Bakterien nachweisen. In diesem Fall liegt oft eine abakterielle chronische Prostatitis, oder chronisches Beckenschmerzsyndrom, vor. Die Ursachen dafür sind bisher unklar. Bei der asymptomatischen Prostatitis wiederum liegen zwar Entzündungsanzeichen vor, aber diese lösen keine Beschwerden aus. Diese Form der Prostatitis wird meist zufällig entdeckt, etwa bei einer Fruchtbarkeitsuntersuchung.

Wie wird die Prostataentzündung behandelt?

Eine durch Bakterien verursachte Prostatitis wird im Allgemeinen mit Antibiotika behandelt. Auch bei der asymptotischen Prostataentzündung sind meist Antibiotika das Mittel der Wahl, da diese oft durch Bakterien ausgelöst wird. Schwieriger ist die Therapie der bei Weitem häufigeren nicht bakteriellen Prostataentzündung. Diese Form der Prostatitis wird meist symptomatisch mit entzündungshemmenden und den Urinfluss fördernden Prostatamitteln behandelt. Außerdem kann bei der abakteriellen Prostataentzündung auch Beckenbodengymnastik sowie eine regelmäßige Prostatamassage helfen. Bei Schmerzen ist zudem eine symptomatische Therapie hilfreich – entweder mit Wärme oder, bei starken Schmerzen, auch mit Schmerzmitteln.

Prostatavergrößerung – Was ist das?

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) gehört zu den häufigsten urologischen Erkrankungen des Mannes. Benigne bedeutet gutartig, Hyperplasie Vergrößerung. Das langsame Wachstum der Vorsteherdrüse ist ein normaler Prozess des Alterns - bei manchen Männern vergrößert sich die Prostata allerdings übermäßig und kann beispielsweise Auswirkungen auf die Blase haben. Typische Symptome dieser Vergrößerung sind unter anderem:

  • Ein häufiger und stärkerer Harndrang, vor allem nachts.
  • Es dauert eine Weile, bis Urin kommt beim Wasserlassen.
  • Ein schwacher Harnstrahl, das Wasserlassen dauert länger als früher.
  • Die Blase fühlt sich nicht richtig leer an, eventuell tropft Urin nach.

Zwischen der Größe der Prostata und den Beschwerden muss kein Zusammenhang bestehen. Es kommt zumeist darauf an, welche Drüsenanteile sich vergrößern – sind es die Anteile, die die Harnröhre umgeben, wird diese allmählich eingeengt und die beschriebenen Symptome können auftreten.

Wie ist der Verlauf bei einer Prostataverrößerung?

Die gutartige Prostatahyperplasie ist eine Erkrankung, die Männer zumeist erst ab dem 50. Lebensjahr trifft. Bei Jüngeren ist die BPH selten anzutreffen. Die Ursachen für die gutartige Vergrößerung der Prostata sind bisher nicht abschließend geklärt. Hormonelle Veränderungen oder genetische Faktoren könnten für das Entstehen verantwortlich sein. Wichtig zu wissen ist, dass die gutartige Prostatavergrößerung in keinem Zusammenhang mit Prostatakrebs steht und von diesem klar unterschieden werden muss. Meistens entstehen durch die Prostatavergrößerung leichte bis mittelschwere Beschwerden. Viele betroffene Männer können sich damit im Alltag gut arrangieren und benötigen keine weitere Behandlung. Allerdings nehmen die Symptome in der Regel über die Jahre langsam zu. Daher kann es sein, dass eine vorher unbehandelte Prostatavergrößerung nach einiger Zeit doch eine Behandlung braucht. Kritisch wird es, wenn ein Harnverhalt auftritt. Bei diesem Notfall ist das Wasserlassen nicht mehr oder nur noch in sehr geringen Mengen möglich. Die Harnblase wird mittels Katheter beim akuten Harnverhalt rasch entlastet. Danach wird die Prostata meistens operativ verkleinert, um den normalen Harnfluss wiederherzustellen.

Wie kann die eine Prostatavergrößerung behandelt werden?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Prostatavergrößerung zu behandeln. Diese reichen von pflanzlichen Präparaten bis hin zu einer operativen Behandlung. Pflanzliche Mittel aus Kürbiskernen, Sägepalmenfrüchten oder Brennnessel können die Symptome einer benignen Prostatahyperplasie lindern.

 Tipp: Prostagutt duo ist ein pflanzliches Arzneimittel, das gegen die prostatabedingten Beschwerden beim Wasserlassen helfen kann.

Bei vermehrten Harndrang mit kleineren Urinmengen kann auch Blasentraining sinnvoll sein: dabei versucht der Mann, den Drang so lange wie möglich auszuhalten. Auch Beckenbodentraining kann helfen, um einer Inkontinenz durch die BPH vorzubeugen. Wenn dies nicht hilft, können verschiedene medikamentöse Behandlungen für Linderung sorgen:

  • Alpha-Blocker: Sogenannte Alpha-Blocker haben keinen Einfluss auf das Größenwachstum der Prostata. Sie können nur helfen, das Gewebe einer leicht vergrößerten Prostata sowie der Harnröhre zu entspannen.
  • PDE-5-Hemmer: Dieses Medikament kann den Harntrakt entspannen. Dadurch kann der Durchfluss durch die verengte Harnröhre verbessert werden.
  • 5-Alpha-Reduktase-Hemmer: Bei einer stark vergrößerten Prostata können 5-Alpha-Reduktase-hemmer helfen. Durch diese Medikamente kann das Volumen der Vorsteherdrüse verkleinert werden.

Wenn auch die medikamentöse Therapie nicht hilft, gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine Prostata operativ zu verkleinern. Dafür gibt es verschiedene Vorgehensweisen, unter anderem die klassische Methode der Prostata-OP mittels Endoskop und einer Hochfrequenzschlinge. Neuer sind operative Eingriffe, bei denen Laser oder ein Hochdruckwasserstrahl zum Einsatz kommen. Bei einer Embolisation wird kein Geweben weggeschnitten. Stattdessen werden unter Röntgenkontrolle Kunststoff-Kügelchen in die Gefäße der Prostata eingebracht. Dadurch soll die Blutversorgung sinken und so ein Schrumpfen des Drüsengewebes einsetzen. Die Risiken bei einer Operation bestehen darin, dass es zu Störungen beim Samenerguss kommen kann. Jüngeren Erkrankten, die ihre Zeugungsfähigkeit noch behalten wollen, wird daher gegebenenfalls ein Urolift-Implantat vom Arzt empfohlen. Dieses Implantat rafft das Prostatagewebe durch spezielle Anker zusammen und vergrößert dadurch den Durchmesser der Harnröhre. Verkleinert wird dabei allerdings nichts, diese Lösung ist daher nur für eine begrenzte Zeit möglich. Danach wird meist eine andere Therapie nötig sein.

Wie kann ich eine Prostatavergrößerung vermeiden?

Da die Ursachen für eine gutartige Prostatavergrößerung noch nicht geklärt sind, wird allen Männern ab dem 45. Lebensjahr geraten, sich einmal jährlich untersuchen zu lassen. Bei der Vorsorge können auch bösartige Veränderungen oft frühzeitig erkannt werden. Wenn in der Familie schon Prostataleiden bekannt sind, sollten sich Männer frühzeitig, auch schon vor dem 45. Lebensjahr, um eine Vorsorge kümmern. Spätestens, wenn Männer mit zunehmendem Alter nachts mehrmals auf die Toilette müssen oder ihre Harnblase nicht mehr vollständig entleeren können, sollte sich ärztlicher Rat geholt werden.

Autorin Apothekerin Janet Baron

Über unsere Autorin:

Janet Baron | Stellvertretende Leitung Heimversorgung
Seit 2013 bin ich Apothekerin und startete 2014 bei mycare in der Heimversorgung. Mit der Fachweiterbildung „Pharmazie in der Geriatrie“ erlangte ich die Voraussetzung für ein qualifiziertes Medikationsmanagement für unsere geriatrischen Patienten sowie die tägliche praktische Anwendung in der Heimversorgung. Zudem führe ich Schulungen zu aktuellen Themen für Laien und Fachpersonal durch. Mehr erfahren

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