Demenz, die Krankheit des Vergessens

Hin und wieder etwas zu vergessen ist sicherlich kein Grund zur Panik, denn im Alter nehmen nicht nur die körperlichen, sondern auch die geistigen Fähigkeiten ab. Tritt die Vergesslichkeit jedoch gehäuft auf, kann das ein Hinweis für Demenz sein, eine Krankheit, bei der sich nach und nach das Ich davonstiehlt.

Foto: MonkeyBusinessImages / shutterstock.com

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Mehrere Millionen ältere Menschen finden auf die Frage nach dem Datum oder was sie gestern gemacht haben keine Antwort mehr. Sie leiden an Demenz, was übersetzt so viel wie ohne Geist bedeutet und deren Hauptrisikofaktor das Alter ist. Die häufigste und bekannteste Form der Demenz ist die Alzheimer-Erkrankung, bei der es zu krankhaften Veränderungen im Gehirn kommt. Daher wird diese Form der Demenz auch als neurodegenerativ bezeichnet. Die zweithäufigste Form der Demenz, die sogenannte vaskuläre Demenz, wird dagegen durch Gefäßerkrankungen, beispielsweise infolge von Bluthochdruck, ausgelöst. Nicht immer ist jedoch eine klare Abgrenzung zwischen diesen beiden Demenzformen möglich, da häufig verschiedene Auslöser zusammenkommen. Seltener treten neurodegenerative Demenzformen wie die Frontallappendemenz, die Lewy-Körperchen-Demenz oder die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auf. Außerdem kann sich eine sogenannte sekundäre Demenzerkrankung auch infolge einer anderen Erkrankung entwickeln.

Unterschiedliche Namen für ähnliche Symptome

Obwohl heute über 50 verschiedene Demenzformen bekannt sind, machen sich alle durch ähnliche Symptome bemerkbar. So bedeutet die Diagnose Demenz für die Betroffenen fast immer den irreversiblen Verlust ihrer kognitiven Fähigkeiten, das heißt den Abbau intellektueller Funktionen wie Denken und Erinnern. Neben der Vergesslichkeit gehören zu den typischen Symptomen von Demenz auch Orientierungsstörungen, Sprachprobleme, Wahnvorstellungen, Persönlichkeitsveränderungen sowie Schwierigkeiten mit Routineaufgaben wie essen, sich waschen oder anziehen. Dabei können sich jedoch der Erkrankungsverlauf sowie die Ausprägung der Symptome von Fall zu Fall unterscheiden. Um den fortschreitenden Verlauf hier besser zu verstehen, wird dieser häufig anhand von drei Stadien beschrieben, wobei das letzte Stadium durch die völlige Hilflosigkeit der Betroffenen gekennzeichnet ist.

Nicht heil- aber behandelbar

Wenngleich Demenz bislang nicht heilbar ist, lässt sich der Krankheitsverlauf doch mit geeigneten Therapien verlangsamen. Dabei werden nicht nur die Hirnleistungsstörungen behandelt, sondern auch die Begleiterscheinungen. So kommen beispielsweise bei Alzheimer auch Medikamente gegen Symptome wie Angstzustände oder Depressionen zum Einsatz. Ferner werden Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes behandelt, um eine weitere Schädigung der Blutgefäße zu verhindern. Positiv auf den Verlauf von Demenzerkrankungen wirken sich außerdem die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Nährstoffen, regelmäßiges Training der mentalen Leistungsfähigkeit, eine gesunde Ernährung mit ausreichend Flüssigkeit sowie geeignete Psycho- und Verhaltenstherapien aus, wobei Letztere nicht nur den Betroffenen selbst, sondern auch deren Angehörigen Hilfe und Halt im Umgang mit der Krankheit geben können.

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