Mit Licht gegen saisonale Depressionen und Hautkrankheiten

Schon die alten Griechen wussten um die Kraft der Sonne, denn sie setzten bereits vor über 2000 Jahren die sogenannte Heliotherapie zur Behandlung körperlicher Leiden ein. Und auch heute noch wird Licht zur therapeutischen Behandlung bei verschiedenen Erkrankungen genutzt.

Foto: Kzenon / shutterstock.com

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Grundsätzlich werden bei der allgemein als Lichttherapie bezeichneten Behandlungsmethode ganz unterschiedliche Lichtvarianten eingesetzt, wobei die dazu verwendeten künstlichen Lichtquellen meist nur einen kleinen Teil des von der Sonne ausgestrahlten Lichtspektrums verwenden. Neben Rotlicht im Bereich der Wärmetherapie und Blaulicht zur Behandlung beispielsweise von Neugeborenengelbsucht spielt für therapeutische Zwecke vor allem ultraviolettes Licht und sogenanntes weißes Licht eine Rolle.

UV-Strahlen lindern Hautkrankheiten

Vor allem bei der Behandlung von Schuppenflechte, Neurodermitis, Juckreiz und Sonnenallergie haben sich Therapieformen mit reiner UV-A- oder UV-B-Strahlung sowie eine Kombination beider Strahlenarten bewährt. Bei schweren Verlaufsformen kann die Bestrahlung zudem durch die Gabe von sogenannten Psoralenen, die die Haut vor Bestrahlungsbeginn noch lichtempfindlicher machen, unterstützt werden. Daneben wird UV-Licht unter anderem auch zur Behandlung eines Vitamin-D-Mangels und dessen Folgen eingesetzt. Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass hoch dosierte UV-Strahlung auch Nachteile besitzt, da sie die Hautzellen und auch das Erbgut dieser Zellen schädigen kann. Folgen können nicht nur eine vorzeitige Hautalterung und Pigmentstörungen sein, sondern unter Umständen auch die Bildung eines bösartigen Hauttumors. Daher sollte eine Therapie mit UV-Strahlung nur auf Anordnung eines Hautarztes erfolgen.

Mit weißem Licht den Biorhythmus verbessern

Die Therapie mit weißem Licht wird dagegen zur Behandlung von depressiven Verstimmungen oder saisonalen Depressionen eingesetzt. Aber auch bei Schichtarbeit, Jetlag, Alzheimer sowie leichten, nichtsaisonalen Depressionen kann die Lichttherapie helfen, die innere Uhr und damit den Biorhythmus wiederherzustellen, der durch Zeitverschiebungen oder aber kurze Wintertage aus dem Gleichgewicht gerät. Gerade im Winter, wenn die Tage kurz sind, bildet der menschliche Körper vermehrt Melatonin, ein Hormon, das eigentlich den Schlaf fördern soll, im Winter aber tagsüber für Müdigkeit, Antriebslosigkeit sowie für Denk- und Konzentrationsstörungen sorgt. Dagegen hilft Tageslicht, das bei der Lichttherapie durch künstliche, sehr helle Lichtquellen mit 2.500 bis 10.000 Lux erzeugt wird, was etwa einem hellen Frühlingstag entspricht. Die Behandlung selbst sollte dabei bevorzugt am Morgen erfolgen, da das Licht die Bildung von Melatonin hemmt und gleichzeitig die Konzentration von Serotonin, einem Stoff, der unter anderem für Wohlbefinden und Elan sorgt, ansteigen lässt.

Ob beim Frühstück oder beim morgendlichen Zeitungslesen, die angenehme und im Prinzip nebenwirkungsfreie Lichttherapie ist an keine bestimmte Umgebung gebunden und kann auch bequem zu Hause erfolgen. Allerdings sollten als Lichtquellen nur Geräte ohne UV-Strahlung eingesetzt werden. Außerdem sollten Patienten, die unter Augenerkrankungen leiden oder bestimmte Medikamente wie Psychopharmaka oder Präparate mit Lithium einnehmen, vor der Therapie einen Arzt konsultieren.

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1 Kommentar

  1. Panek sagt:

    Ein sehr informativer Artikel. Es ist bereits nachgewiesen, dass sehr viele Menschen besonders während der dunklen Jahreszeit an Depressionen erkranken. So sind es tatsächlich die klassischen Symptome wie niedergeschlagen sein, Antriebslosigkeit aber auch Müdigkeit die vielen Betroffenen extrem zu schaffen machen. Der Gesundheitszustand bessert sich tatsächlich, wenn man täglich genügend frische Luft aufnimmt und Licht tankt.
    Grüße

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