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Wann ist Schwitzen krankhaft?

Von Alexandra Brand, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 03.08.2019

Wann ist schwitzen krankhaft?

Die Hyperhidrose

Jeder Betroffene weiß, wie unangenehm übermäßiges Schwitzen und die damit verbundenen Folgen sein können. Denn trotz intensiver Körperhygiene kommt es durch den Schweiß auch immer wieder zu ungewolltem Geruch.

Ursache dafür ist jedoch nicht frischer Schweiß selbst, denn dieser ist geruchslos. Er besteht zu 99 % aus Wasser und enthält zudem verschiedene Salze.

Erst, wenn durch die Bakterien der Hautflora der Schweiß zersetzt wird, entstehen Abbauprodukte, die den typischen unangenehm riechenden Geruch verbreiten. Ein Prozess, der nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat und trotzdem bei häufig auftretenden Schweißausbrüchen zum Problem werden kann.

Primäre und sekundäre Hyperhidrose

  • Die intensive Schweißbildung kann auf eine Störung hinweisen, welche Mediziner als primäre Hyperhidrose bezeichnen. Ein ersichtlicher Grund für die durchaus belastende Schweißüberproduktion ist nicht vorhanden.
  • Gibt es eine bestimmte Vorerkrankung für die vermehrte Schweißproduktion, wird von einer sekundären Hyperhidrose gesprochen.

Die unvorteilhaften Schwitzattacken durch die Hyperhidrose treten meist nur am Tag, selten bis gar nicht in der Nacht auf.

Die Hyperhidrose ist nicht zuletzt auch ein kosmetisches Problem, welches häufig zu psychischen Belastungen führt. Die Hyperhidrose-Patienten schämen sich für die sichtbaren Schweißflecken auf T-Shirt oder Hemd (im Bereich der Achselhöhlen) und vermeiden einen Händedruck ("Schwitzehändchen").

In sehr schweren Fällen von Hyperhidrose rät der Arzt in Einzelfällen zu einer Verödung der Schweißdrüsen. Vielfach jedoch regelt sich die Transpiration bei einer sekundären Hyperhidrose nach einer gewissen Zeit wieder von selbst.

Möglich Auslöser für die sekundäre Hyperhidrose sind:

  • Hormonschwankungen während der Pubertät oder der Menopause.
  • psychische Belastungen und Krisen.
  • bestimmte Krankheitsbilder.

Wichtig ist eine präzise Abklärung. Treten übermäßige Schweißausbrüche dauerhaft auf, sollte ein Arzt kontaktiert werden.

Warum schwitzen wir überhaupt?

Schwitzen ist eine völlig normale Funktion des menschlichen Körpers, denn der Schweiß sorgt für die nötige Kühlung. Dabei verdunstet die von den Schweißdrüsen in der Haut abgegebene Flüssigkeit und die entstehende Verdunstungskälte reguliert die Körpertemperatur.

Schweiß erzeugt auch einen sauren Film auf der Haut und ist dadurch an der Bildung des natürlichen Säureschutzmantels beteiligt, der antimikrobiell wirkt und den Körper vor Krankheitserregern schützt. Selbst in Ruhe produziert der Körper Schweiß.

Unter großer Anstrengung oder bei sehr hohen Umgebungstemperaturen kann sich diese Menge erheblich steigern.

Nicht immer ist jedoch Anstrengung der Auslöser eines plötzlichen Schweißausbruches.

Neben einer Veranlagung zum Schwitzen gibt es auch andere Ursachen für häufige Schweißausbrüche:

  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Infekte
  • Hormonelle Umstellungen
  • Eine krankhaft vermehrte Schweißproduktion, die sogenannte Hyperhidrose

Aber auch Alkohol oder ein üppiges, scharfes Essen kann das Schwitzen fördern. Übermäßiges Schwitzen ohne erkennbaren Anlass sollte ärztlich abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden.

Wichtiger Hinweis: Wenn bei Ihnen plötzlich kalter Schweiß austritt und Sie zudem Schmerzen in der Brustgegend haben, die bis in den Hals und Arm ausstrahlen, sollten Sie sofort den Rettungsdienst rufen. Es besteht bei diesen Symptomen ein Verdacht auf einen Herzinfarkt. Weitere Symptome können Übelkeit, Schwächegefühl oder Atemnot sein.

Autorin PTA Alexandra Brand

Über unsere Autorin:

Alexandra Brand | Pharmazeutische Kundenbetreuung in der Robert-Koch-Apotheke
Seit 27 Jahren bin ich mit Leidenschaft Pharmazeutisch-technische Assistentin. Zu meinen Tätigkeitsschwerpunkten in der öffentlichen Apotheke gehören die individuelle, pharmazeutische Herstellung von Arzneimitteln und die Beratung unserer Kunden zu Gesundheitsthemen, insbesondere zum Thema Haut und Hautgesundheit.

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Martina, Marketing bei mycare.de

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