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Warum habe ich häufig kalte Hände und Füße?

Von Ulrike Wendt, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 08.03.2021

Warum habe ich häufig kalte Hände und Füße?

Ursachen

Für den Menschen ist eine konstante Körpertemperatur notwendig. Es spielen sich Mechanismen ab, die dafür sorgen, dass die Temperatur gleich bleibt, wenn sich die Umgebungstemperatur verändert.

Kälte

Bei Kälte haben die inneren Organe bei der Versorgung mit Wärme Vorrang. Die Wärmeregulation erfolgt über die Durchblutung. Blutgefäße durchziehen den gesamten Körper. Dies ist von entscheidender Bedeutung sowohl bei der Versorgung mit Nährstoffen als auch mit Sauerstoff.

Sobald die Körpertemperatur zu sinken beginnt, gibt der Körper das Signal die Durchblutung der Extremitäten zu verringern. Die Gefäße verengen sich, dies merkt man auch an der Nasenspitze und den Ohrläppchen. So bleiben wichtige innere Organe, unter anderem Herz, Gehirn und Lunge gut durchblutet. Kalte Hände und Füße zeigen, dass sie nicht genügend mit Blut und damit mit Wärme versorgt sind. Zudem ist die Haut an Händen und Füssen sehr dünn und eine schützende Fettschicht fehlt.

Gelegentlich kalte Hände und Füße zu haben, kennt sicher jeder Mensch und das ist im allgemeinen auch unbedenklich. Grundvoraussetzung ist, dass die Kleidung der Witterung angepasst ist, man also bei kühleren Temperaturen auch entsprechend warm angezogen ist. Für eine gewisse Zeit kann Bewegung dafür sorgen, der Kälte entgegen zu wirken. Jedoch braucht der Körper dann auch wieder eine wärmere Umgebungstemperatur. Nässe an den Händen und auch Füßen kann durch Verdunstung dafür sorgen, dass sich die Gefäße zusammenziehen. Das ist das Prinzip des Schwitzens. Wenn die Außentemperatur hoch ist, muss der Körper dennoch die Körpertemperatur konstant halten. Die Feuchtigkeit auf der Haut verdunstet und erzeugt Kühle.

Durchblutungsstörungen

Eine verminderte Durchblutung in den peripheren Gefäßen kann durch verschiedene Erkrankungen und/oder Gewohnheiten entstehen. Die Gefäße sind in diesem Fall häufig verengt. Rauchen, Alkohol, eine unausgewogene Ernährung, zu wenig Bewegung, aber auch Stress und Schlafstörungen können sich schädigend auf die Gefäße auswirken, was sich unter anderem in kalten Extremitäten zeigt.

Niedriger Blutdruck

Frauen haben im Vergleich zu Männern häufiger niedrigen Blutdruck, von Medizinern als Hypotonie bezeichnet. Niederiger Blutdruck äußert sich oft in Müdigkeit, kalten Händen und Füßen, Leistungsschwäche und Schwindel. Dabei herrscht nur geringer Druck auf die Gefäßwände, wodurch sie nicht genügend pulsieren. Weiter vom Herzen entfernte Körperteile werden nicht genügend mit warmem Blut versorgt. Ein zu niedriger Blutdruck kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Möglich sind eine erbliche Veranlagung, aber auch Medikamente und Hormonstörungen, wie eine Schilddrüsenunterfunktion.

Medikamente, die den hohen Blutdruck senken, wie beispielsweise Betablocker können dazu führen, dass sich die Gefäße in den Händen und Füßen zusammenziehen und dass der Blutdruck zu stark sinkt. Auch die Einnahme von wasserausschwemmenden Medikamenten (Diuretika), solche gegen Herzrhythmusstörungen und einige Psychopharmaka können einen niedrigen Blutdruck zur Folge haben. Gefäßbeeinflussende Medikamente, wie Migräne-Mittel aus der Wirkstoffgruppe der Ergotamine können ebenfalls Ursache für kalte Füße und Hände sein.

Die von der Schilddrüse gebildeten Hormone haben unter anderem Einfluss auf das Herz-Kreislaufsystem, Nerven- und Muskelfunktionen, sowie den Energieumsatz. Leidet man unter einer Schilddrüsenunterfunktion, friert man in der Regel schneller. Sie kann Auswirkungen auf das Kälte- und Wärmeempfinden haben, sowie die Durchblutung der Hände und Füße beeinträchtigen. Dauerhaft kann eine Unterfunktion auch Gefäßschäden und Arteriosklerose begünstigen.

Raynaud-Syndrom

Das Raynaud-Syndrom äußert sich durch plötzlich eisige und verfärbte Finger bei Kälte und Stress. Die Arterien in den Fingern ziehen sich abrupt zusammen, das Blut fließt heraus und die Haut färbt sich blau und wird blass. Es handelt sich um einen Gefäßkrampf, ausgelöst durch Kälte, wobei oft eine kalte Flasche in den Händen schon ausreicht. Löst sich der Krampf, fließt das Blut zurück in die Finger, wodurch diese sich röten und sehr schmerzen können. Weitere mögliche Auslöser für einem Gefäßkrampf sind seelische Belastungen und Stress.

Ebenso kann das Raynaud-Syndrom Folge einer Autoimmunerkrankung, wie Rheuma sein. Dies sind Erkrankungen, bei denen sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen zur Wehr setzt.

Weitere mögliche Ursachen:

  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus
  • Psychische Belastungen und Stress
  • Essstörungen
  • Blutarmut
  • Herzschwäche

Wann ist ein Arztbesuch notwendig?

Hin und wieder kalte Hände und Füße zu haben und/oder zu frieren, ist nicht ungewöhnlich. Eben dann, wenn man länger der Kälte ausgesetzt ist und nicht entsprechend gekleidet ist.

Kommen jedoch noch andere Beschwerden und Erscheinungen hinzu oder treten die kalten Hände und Füße auch bei höheren Temperaturen häufiger auf, wird es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Dazu gehören unter anderem Schwindel- und Taubheitsgefühle, Kribbeln, Schmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl und Verfärbungen. Der Hausarzt zieht gegebenenfalls Fachärzte zur Diagnose der Ursache zu Rate. Bei bereits bekannten chronischen Erkrankungen, wie Hormonstörungen, Rheuma oder Diabetes bedarf es generell eines ärztlichen Rates, wenn vermehrt kalte Extremitäten auftreten.

Was hilft?

Liegt keine Erkrankung vor und kalte Hände und Füße treten nur gelegentlich auf, genügen es ein paar Tipps und Hausmittel, um wieder warm zu werden und auch vorzubeugen.

  • Generell gilt eine ausgewogene, gesunde Ernährung, eine ausreichende Trinkmenge und regelmäßige Bewegung als wichtig für die Gesundheit, so auch um eisige Hände und Füße zu vermeiden.
  • Rauchen und Alkohol sollten gemieden werden, denn sie sorgen dafür, dass sich die Gefäße verengen und haben zudem auch weitere schädigende Auswirkungen auf den Körper, sodass Folgeerkrankungen entstehen können. Mit dem Rauchen aufzuhören lohnt sich in jedem Fall.
  • Liegt eine chronische Erkrankung als Ursache vor, bestimmt der Arzt die Therapie. Auch bei Medikamenten, die nicht richtig eingestellt sind, und kalte Hände und Füße zur Folge haben, gilt es den Arzt zu befragen und die Dosierung anzupassen.
  • Entspannungstechniken können für Stressabbau sorgen. Wer es nicht schafft psychische Belastungen in den Griff zu bekommen, der braucht sich nicht zu scheuen eine Psychotherapie zu beginnen.

Bei gelegentlich kalten Händen und Füßen nach einem ausgiebigen Spaziergang bei kalten Temperaturen können folgende Tipps schnell helfen wieder warm zu werden oder vielleicht gar nicht erst kalt zu werden:

  • Für einen Aufenthalt bei frostig niedrigen Temperaturen ist die richtige Kleidung von entscheidender Bedeutung. Halten Sie den ganzen Körper warm, ziehen Sie sich warm an. Also auch Mütze, warme Schuhe, Handschuhe und eine windfeste Jacke. Um die Füße warm zu halten, sind die richtigen Schuhe nötig. Tragen Sie am besten wasserdichte und feste Schuhe, so halten Sie auch gleichzeitig die Nässe fern. Dicke Socken, aus Wolle oder Baumwolle eignen sich sehr gut, auch als Schutz vor Schweiß in den Schuhen.
  • Eine gute Durchblutung sorgt für warme Hände. Verbinden Sie eine Handmassage mit Pflege der Hände beim Eincremen mit einer Handcreme. Somit sorgen Sie gleichzeitig für die richtige Pflege und vermeiden trockene Haut.
  • Wechselbäder oder –duschen regen ebenfalls die Durchblutung von Händen und Füßen an. Dafür Unterarme oder Waden in warmes Wasser und anschließend in kaltes Wasser halten. Diesen Wechsel 2- bis 3-mal wiederholen.
  • Ein Fußbad mit anschließendem Einmassieren einer Fußcreme bringt Wärme und Pflege zugleich. Auch eine Massage mit einem Igelball regt die Durchblutung an und wird oft als angenehm empfunden.
  • Viel sitzen im Büro oder auch im Alltag führt zu kalten Füßen und Beinen. Dabei versuchen Sie so wenig wie möglich die Beine übereinander zu schlagen. Zwischendurch einfach mal aufstehen und sich bewegen. So bringen Sie Ihr Herz-Kreislauf-System wieder in Schwung.
  • An kalten Tagen können warme Eintöpfe und Suppen, aber auch Speisen mit scharfen Gewürzen und heiße Getränke, wie Tee den ganzen Körper von innen wärmen.
  • Für warme Füße in der Nacht kann eine Wärmflasche oder Kirschkernkissen unter der Bettdecke sorgen.
Autorin PTA Ulrike Wendt

Über unsere Autorin:

Ulrike Wendt | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Ich bin seit 17 Jahren Pharmazeutisch-technische Assistentin bei mycare.de. Aufgrund der langen Berufserfahrung und der regelmäßigen Fortbildung sind wir schon Experten in Gesundheitsthemen.

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Martina, Marketing bei mycare.de

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