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Wie bekommt man Laktoseintoleranz?

Von Alexandra Brand, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 21.02.2020

Wie bekommt man Laktoseintoleranz?

Bei einer Laktose-Intoleranz, auch Milchzuckerunverträglichkeit genannt, werden nur kleine Mengen Milchzucker (Laktose), welcher z. B. in Milch enthalten ist, vertragen. Der Grund dafür ist ein Enzymmangel. Im Darm muss die Laktose gespalten werden, damit sie verwertet werden kann. Dafür wird das Enzym Laktase benötigt. Wirkt dieses nicht ausreichend oder wird zu wenig davon gebildet, kann auch weniger Laktose abgebaut werden. Im Dickdarm wird der Zucker von Darmbakterien zerlegt. So kann er Blähungen, Durchfall und Bauchgrimmen verursachen.

Was ist Milchzucker?

In Muttermilch und in Milch von Säugetieren kommt Milchzucker vor. Glukose und Galaktose sind die zwei Zuckermoleküle, aus denen die Laktose besteht. Im Darm muss der Milchzucker in seine Bestandteile aufgespalten werden, da er sie nur als Einzelzucker aufnehmen kann. Diese Aufgabe übernimmt ein in der Schleimhaut des Dünndarms sitzendes Enzym, die sogenannte Laktase.

Glukose und Galaktose sind wichtige Energielieferanten und fungieren als Energiespeicher. Zudem unterstützt Laktose die Kalzium-Aufnahme. Die Glukose, die vom Dünndarm aufgenommen wurde, gelangt über das Blut zu den Zellen. Diese nutzen sie zur Energiegewinnung. Im Stoffwechsel, vor allem in der Leber, wird Galaktose weiterverarbeitet. So wird sie ebenfalls in den Energiehaushalt eingeschleust.

Welche Symptome zeigt eine Laktoseintoleranz?

Der unverdaute Milchzucker wird im Dickdarm von Bakterien vergoren. Die dabei entstehenden Gase und Stoffe lösen die Beschwerden aus. Das bedeutet, dass sich nach dem Verzehr von Milchprodukten, vor allem Kuhmilch, und anderen laktosehaltigen Lebensmitteln,

  • Bauchschmerzen
  • Rumoren im Bauch und
  • Blähungen

bemerkbar machen. Auch Durchfall kann sich einstellen, da die unverdaute Laktose vermehrt Wasser im Darm bindet. Verschiedene Allgemeinbeschwerden, wie Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit, können sich auch zeigen. Die Symptome tauchen meist schon nach 15 bis 30 Minuten oder auch erst nach zwei Stunden auf. Die Stärke der Beschwerden ist individuell verschieden.

Ist eine laktosefreie Ernährung notwendig?

Je nach Verträglichkeit wird empfohlen, den Verzehr von milchzuckerhaltigen Lebensmitteln einzuschränken. Dabei gibt es Milch-Produkte, die aufgrund der bakteriellen Fermentierung so gut wie keinen Milchzucker mehr enthalten. Das sind zum Beispiel säuerliche Naturjoghurts und bestimmte, lang gereifte Käsesorten.

Industriell hergestellten Lebensmitteln wird er jedoch oft zugesetzt, um die Konsistenz zu verbessern. Dazu zählen diverse Fertiggerichte und Soßen. Eine Alternative sind laktosefreie Milchprodukte, die es in großer Zahl und Auswahl gibt.

Eine laktosefreie Ernährung ist jedoch nicht immer notwendig. Wird eine kleine Menge Laktose zusammen mit anderen Lebensmitteln zu einer Mahlzeit eingenommen, wird sie besser vertragen. Ebenso, wenn sie über den Tag verteilt eingenommen wird, können Beschwerden ausbleiben. Wird nur noch sehr wenig Laktase im Darm gebildet, wird tatsächlich nur noch wenig Laktose vertragen, ohne Probleme zu bekommen. Hier empfiehlt es sich, die persönliche Schwelle auszutesten.

Zur Anwendung können auch Probiotika kommen. Diese lebenden Bakterien und Pilze beeinflussen die Darmflora und sind auch in milchsauren Erzeugnissen wie Joghurt enthalten.

Welche Ursache hat die Laktoseintoleranz?

Die Ursache für eine Laktoseintoleranz ist ein Mangel bzw. Aktivitätsverlust des Enzyms Laktase. Die Enzymaktivität schwächt sich bei vielen Menschen nach der Babyzeit allmählich ab, die sogenannte Hypolaktasie. Sie können, genetisch bedingt, nicht ein Leben lang genügend Laktase bilden. Eine primäre Laktoseintoleranz kann, muss aber nicht, die Folge sein. Als noch ausreichend gilt eine Laktaseaktivität von 50 Prozent.

Die Laktose-Unverträglichkeit kann auch eine Folge verschiedener Erkrankungen sein. Beispielsweise bei veränderten Verhältnissen im Magen-Darm-Trakt, etwa nach einer Operation, oder bei Darmkrankheiten (Dünndarm, Dickdarm) kann es zu einem Laktasedefizit kommen. Der Milchzucker wird nicht mehr richtig verdaut. Es liegt eine sekundäre Laktoseintoleranz vor. Der Darm kommt mit dem Milchzucker wieder zu recht, wenn die Ursache behoben wurde und sich die Laktasebildung erholt hat.

Auch Medikamente beeinflussen die Darmfunktion und können ein Laktasedefizit auslösen. Dabei kann ebenfalls die Laktose vorübergehend schlecht vertragen werden.

Die angeborene Laktoseintoleranz, auch kongenitaler Laktasemangel genannt, bei Säuglingen ist sehr selten. Von Natur aus steht gesunden Säuglingen genügend Laktase zur Verfügung. Muttermilch, die viel Milchzucker enthält, und Flaschenmilch können so gut vertragen werden. Kinder mit einem absoluten Laktasemangel (Alaktasie) kommen nur ganz selten auf die Welt. Hier wird keine Muttermilch von den betroffenen Babys vertragen. So erkranken sie bereits in den ersten Lebenswochen schwer, wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wird.

Wie wird eine Laktoseintoleranz festgestellt?

Verschiedene Ärzte befassen sich mit dem Krankheitsbild. Häufig kann aber der Gastroenterologe, Facharzt für Magen-Darm-Heilkunde, helfen. Mit einem Wasserstoffatemtest, oder auch als H2-Laktose-Atemtest bekannt, lässt sich eine Unverträglichkeit feststellen. Der Patient trinkt nach einer zwölfstündigen Nahrungspause in Wasser aufgelösten Milchzucker und atmet in ein Testgerät. Fehlt Laktase, führt die bakterielle Zersetzung des Milchzuckers im Dickdarm zur Bildung von Wasserstoff. Dieser lässt sich dann in der Atemluft der Betroffenen nachweisen.

Eine Genanalyse zeigt, ob das Laktasedefizit durch die Genkonstellation verursacht wird. Für die Diagnose ist jedoch der Wasserstoffatemtest entscheidend.

Mit welchen Mitteln kann man die Beschwerden lindern?

Wer nicht ganz auf Milchprodukte verzichten möchte, für den gibt es eine Alternative: Laktase kann bei Bedarf in Form eines Nahrungsergänzungsmittels dem Körper zugeführt werden und so den Körper bei der Laktoseverdauung unterstützen.

Gesund und munter ohne Milchzucker

Allein in Deutschland leiden etwa 15 Prozent der Bevölkerung an einer Laktoseintoleranz. Bei häufigen Magen-Darm-Beschwerden, sollte man einen Arzt aufsuchen. Mit Produkten wie Lactostop aus der Versandapotheke, die vor dem Essen eingenommen werden, besteht die Möglichkeit sich vor den möglichen Beschwerden einer Laktoseintoleranz zu schützen. Dennoch bleibt die langfristige Ernährungsumstellung der sicherste Schutz. Da die unterschiedlichsten Lebensmittel Laktose enthalten, ist ein genaues Studium der Inhaltsstoffe von Nöten. Durch die immer häufigere Diagnose einer Laktoseintoleranz haben sich bereits viele Hersteller auf die Produktion laktosefreier Lebensmittel spezialisiert, so dass auch für Betroffene eine gesunde Ernährung problemlos möglich ist.

Achtung beim Verzicht auf Milch und Milchprodukte!

Denn ein Verzicht auf Milch und alle Milchprodukte ist aus ernährungsmedizinischer Sicht nicht ganz unproblematisch. Milch ist der wichtigste Kalziumlieferant unseres Körpers. Erhält unser Körper nicht genügend Kalzium über die Nahrung, so holt er sich dieses lebenswichtige Mineral aus den Knochen, um die anderen wichtigen Funktionen des Körpers aufrechtzuerhalten. Dei Folge können Knochenabbau und ein erhöhtes Osteoporoserisiko sein.

Autorin PTA Alexandra Brand

Über unsere Autorin:

Alexandra Brand | Pharmazeutische Kundenbetreuung in der Robert-Koch-Apotheke
Seit 27 Jahren bin ich mit Leidenschaft Pharmazeutisch-technische Assistentin. Zu meinen Tätigkeitsschwerpunkten in der öffentlichen Apotheke gehören die individuelle, pharmazeutische Herstellung von Arzneimitteln und die Beratung unserer Kunden zu Gesundheitsthemen, insbesondere zum Thema Haut und Hautgesundheit.

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Martina, Marketing bei mycare.de

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