Anmelden
mycarePlus

Bedeutet gesunder Schlaf auch ein gesundes Leben?

Von Grit Ritter, Pharmazieökonomin bei mycare.de
Aktualisiert: 07.05.2021

Gesunder Schlaf

Wie bekomme ich einen gesunden Schlaf?

Frühaufsteher haben es in unserer Gesellschaft deutlich leichter. Sie werden gegen 22 Uhr müde und stehen morgens um 7 Uhr gut gelaunt, gesund und fit auf. Ihre biologische Uhr „tickt“ anders. Denn tatsächlich gibt es eine genetische Veranlagung, die bestimmt, ob der Mensch am Morgen oder am Abend wacher ist.

Sogenannte Morgenmuffel stecken aufgrund einer verlangsamten inneren Uhr in den Morgenstunden in einer Tiefschlafphase. Sie werden also buchstäblich aus dem Tiefschlaf gerissen. Das muss aber nicht so bleiben. Ein Schlafzyklus besteht aus den NREM- und REM-Phasen und ist etwa zwischen 70 und 90 Minuten lang. Der REM-Schlaf ist dabei derjenige, in dem Sie träumen. REM steht für Rapid Eye Movement, also schnelle Augenbewegung. NREM-Phase steht für Non-REM-Phase. In dieser Phase sinken Körpertemperatur, Atmungsfrequenz und Blutdruck des Schlafenden.

Normalerweise setzt sich ein Schlafzyklus aus den Schlafphasen N1, N2, N3 und schließlich REM zusammen. Die Schlafphase N1 bezeichnet den Übergang vom Wachzustand in den Schlaf, N2 den normalen, aber leichten Schlaf und N3 die Tiefschlafphase. In einer normalen Nacht mit erholsamem Schlaf treten vier bis sieben solcher Zyklen auf. Der Trick für die Morgenmuffel besteht darin, die Leichtschlafphase beim Aufwachen zu erwischen. Das lässt sich in 30 Minuten-Schritten recht gut bewerkstelligen. Im konkreten Fall ist es also sinnvoll, den Wecker testweise 30 Minuten und ggf. eine Stunde früher zu stellen. Morgenmuffel sollten sich nach dem Aufwachen im Bett dehnen und strecken. Das hilft dem Gehirn beim Aufwachen.

Woher weiß der Körper, wie spät es ist?

Ein maßgeblicher Indikator für unseren Biorhythmus, bzw. unseren zirkadianen Rhythmus, ist das Tageslicht.Entsprechend dem Hell-Dunkel-Wechsel wird unser Körper dazu veranlasst verschiedene Hormone auszuschütten und den Schlaf-Wach-Rhythmus anzupassen. Die Konzentration des Stresshormons Kortisol ist morgens zwischen 6 und 8 Uhr in unserem Körper am höchsten, während das Schlafhormon Melatonin bei Dunkelheit ausgeschüttet wird. Auch die Wärmeregulation sowie die Schmerzwahrnehmung ändern sich im Laufe des Tages. Zwischen 3 und 4 Uhr morgens erreicht unsere körperliche Leistungsfähigkeit ihren Tiefpunkt.

Die Kommunikation zwischen Tageslicht und innerer Uhr erfolgt über den Nucleus suprachiasmaticus, kurz SCN. Dieses erbsengroße Nervenknäuel liegt im Hypothalamus, leitet von den Augen empfangene Lichtimpulse weiter an alle anderen Organe und appelliert an die Aktivität von deren Zellen.

Verschiedene Schlaftypen: Eule und Lerche

Nur, weil jemand erst spät müde wird und dafür in den Tag hinein schläft, muss er aber nicht unter einer Schlafstörung leiden. Der Grund kann auch an den unterschiedlichen Schlaftypen liegen. Einige Menschen werden gegen 22 Uhr müde, andere erst gegen Mitternacht oder noch später.

Wissenschaftler haben für die beiden Extrembeispiele an Schlaftypen – Frühaufsteher und Langschläfer – Sinnbilder aus der Vogelwelt gewählt. Genauso wenig, wie diese Vögel in ihrem Leben ihren Biorhythmus auswählen können, wird es Ihnen gelingen. Denn wann Sie leistungsfähig und ausgeschlafen sind, bestimmt nicht der Wecker, sondern Ihre innere, biologische Uhr. Insbesondere nachtaktive Menschen vom Eulentyp müssen sich meistens unter der Woche den sozialen Gegebenheiten anpassen und fühlen sich die meiste Zeit über unausgeruht. Am Wochenende wird der Schlafmangel versucht aufzuholen, was Eulen oft fälschlicherweise den Ruf einbringt, faul zu sein.

Unsere biologische Uhr unterliegt aber nicht einem starren Rhythmus. Während Kleinkinder es kaum erwarten können, in den Tag zu starten, werden pubertierende Teenager oft zu Langschläfern. Ältere Menschen hingegen neigen oft dazu wieder Richtung Lerche umzuschwenken, da das Schlafbedürfnis sinkt.

Hilft gesunder Schlaf dem Immunsystem?

Wissenschaftler der University of California haben dieses Phänomen untersucht. Im Mittelpunkt: Die Schlafdauer ab einer Woche vor dem eigentlichen Versuch. Mittels Sensoren wurde bei 164 Testpersonen die Schlafdauer aufgezeichnet. Zusätzlich erfasste man weitere Immunkiller wie Stress und Zigarettenkonsum. Nach dieser Woche infizierten die Wissenschaftler die Probanden mit Rhinoviren, die Erkältungen verursachen. Erkältungskrankheiten bahnten sich ihren Weg, sofern das Immunsystem es nicht schaffte, die Viren abzuwehren. Nur wenig erstaunlich: Die schlechtesten Chancen hatte das Immunsystem bei denjenigen Testpersonen, die in der Woche davor unter Schlaflosigkeit oder Schlafstörungen litten.

Auch zwischen fünf und sieben Stunden Schlaf machte das Immunsystem nicht ausreichend fit für die Virenabwehr. Beide Personenkreise waren 4,5 mal beziehungsweise 4,2 mal so häufig von einer Erkältungskrankheit betroffen wie Menschen, die ausreichend geschlafen hatten. Andere Ursachen für schlechten Schlaf, wie Rauchen oder Stress, fielen dem gegenüber nur wenig ins Gewicht. Erholsamer Schlaf hilft also dabei, gesund und fit zu bleiben.

Autorin Pharmazieökonomin Grit Ritter

Über unsere Autorin:

Grit Ritter | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Seit über 20 Jahren bin ich im Pharmateam des Unternehmens verwurzelt. Grundlegend dafür ist die Leidenschaft für Gesundheitsthemen incl. Prävention. Regelmäßige Fortbildungen sind da essenziell. Neben Kundenberatung sind Betriebl. Gesundheitsmanagement, Haus- und Reiseapothekenchecks und pharmazeutisches Marketing Schwerpunkte meiner Tätigkeit bei mycare.de. Mehr erfahren

Produkte zum Thema Gesunder Schlaf Weitere passende Produkte

Martina, Marketing bei mycare.de

Bleiben Sie zu aktuellen Gesundheitsthemen und Aktionen auf dem Laufenden.

Melden Sie sich jetzt an und gewinnen Sie eine JubelBox!

  • Top-Angebote
  • Neuheiten
  • Gewinnspiele
  • Gratis-Zugaben
  • Gutscheine
  • Tipps & Beratung
Jetzt abonnieren