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Schützen grippale Infektionen vor SARS-CoV-2-Erreger?

Von Ulrike Wendt, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 02.11.2020

Erkältung und Coronaviren

Das menschliche Immunsystem ist imstande, sich bereits erlebte Krankheiten und Viren zu merken. Mittels T-Gedächtniszellen wird die Oberflächenstruktur verschiedener Krankheitserreger gespeichert. Somit merkt sich unser Abwehrsystem den Erreger und die Immunreaktion erfolgt bei einer Zweitinfektion schneller. Im besten Fall bleibt die Erkrankung dann sogar aus.

Bei dem Coronavirus denken derzeit viele an SARS-CoV-2 und die Lungenkrankheit Covid-19. Doch die Menschen werden schon seit langem von den unterschiedlichsten Coronaviren begleitet. Rund 30% der saisonalen Erkältungen in Deutschland haben ihren Ursprung in einem Coronavirus. Neuste Studien zeigen, wer bereits mit Corona-Erkältungsviren in Kontakt getreten ist, verfügt gleichzeitig auch über einen gewissen Immunschutz gegen den Krankheitserreger SARS-CoV-2.

Das Immunsystem reagiert mit bestimmten Abwehrzellen im Blut (die T-Zellen) gegen das Virus und stellt die entsprechenden Antikörper bereit. Vorerkrankungen gelten in der Regel als ein Risikofaktor, da sie schwere Verläufe der Corona-Infektion begünstigen können. Sars-CoV-2 ähnelt im Aufbau teils den Erkältungs-Coronaviren, so dass die T-Gedächtniszellen bestimmte Abschnitte der Infekte schon kennen. In diesem Fall spricht man von einer Kreuzimmunität.

Unter einer Kreuzimmunität versteht man den Kontakt mit einem Erreger der gleichzeitig eine Immunität gegen einen anderen Erreger bewirkt. Rund 81% der Menschen besitzen anscheinend zumindest teilweise eine gewisse Immunität gegenüber Covid-19 und anderen Coronaviren. Sollte es zu einer Covid-19-Infektion kommen, erkennt der Körper die Bruchstücke des Oberflächen-Proteins von SARS-CoV-2 und kann eine spezielle Immunabwehr vorbereiten. Eine Kreuzimmunität bietet einen erhöhten Schutz und hilft dem Körper einer Infektion gezielter zu entgegnen.

Was sind T-Zellen?

T-Zellen sind ein wichtiger Bestandteil der körpereigenen Abwehr. Sie werden im Knochenmark gebildet und sind weiße Blutkörperchen. Sie gewährleisten eine schnelle und effektive Immunreaktion. Man gliedert allgemein diese Zellen in drei Gruppen:

  • T-Helferzellen: Sie leiten die spezifische Abwehr ein, indem sie durch Botenstoffen andere Immunzellen aktivieren.
  • T-Killerzellen: Sie können die Zellen, welche von Viren infiziert wurden identifizieren und zerstören.
  • T-Gedächtniszellen: Sie treiben die notwendige Immunreaktion voran und sorgen für die Immunität gegen gezielte Erreger und Krankheiten.

Sie sind also ein essenzieller Bestandteil des Körpers, um diesen bei der Bekämpfung von Viren und anderen Erregern zu unterstützen.

Wie macht uns das Coronavirus krank?

Damit das Coronavirus in eine gesunde Zelle eindringen kann, benötigt es sogenannte Spikeproteine auf dessen Oberfläche. Sie werden auch als Zacken der Viruskrone bezeichnet. Diese Proteine binden sich an den Rezeptor der Zelle, das Coronavirus verschmilzt mit der Zellmembran und überträgt sein Erbgut ins Zellinnere. Antikörper können einen Virus anhand des Spike-Proteins erkennen und das Immunsystem darauf aufmerksam machen. Doch das Coronavirus kann mithilfe von Zuckermolekülen seine Spikeproteine verbergen und scheint flexibel zu sein. So gibt es derzeit noch keinen Hinweis darauf, dass ein starkes Immunsystem eine Ansteckung mit SARS-CoV-2 verhindern könnte. Erfahren Sie im Ratgeber mehr über das Coronavirus.

Wie kann man ein geschwächtes Immunsystem stärken?

Ein gesunder Mensch verfügt über ein komplexes und fein abgestimmtes Immunsystem, das ununterbrochen arbeitet und den Körper vor inneren und äußeren Angriffen schützt. Zu den natürlichen Schutzschilden gehören zum Beispiel unsere Haut und Schleimhaut, aber auch der Darm mit seinem Mikrobiom aus unzähligen nützlichen Bakterien. In der kalten Jahreszeit wird unser Immunsystem vor höhere Herausforderungen gestellt. Eine Infektion schwächt den Körper und die natürliche Abwehrreaktion. Um ein geschwächtes Immunsystem zu unterstützen und wieder zu stärken, sollten folgende Faktoren beachtet werden:

  • Die Ernährung: Der Mensch ist, was er isst. Ein starkes Immunsystem funktioniert am besten, wenn der Körper durch eine ausgewogene und gesunde Ernährung fit gehalten wird.
  • Vitamine: Die drei Vitamine A, C und E spielen als Antioxidantien eine wichtige Rolle in der Immunabwehr. Vitamin A trägt so zum Erhalt gesunder Schleimhäute bei. Intakte Schleimhäute erschweren Krankheitserreger den Eintritt in den menschlichen Organismus. Vitamin A kommt unter anderem in Ei, Fisch, Leber und Fleisch vor. Vitamin C und E wehren die Zellen vor oxidativen Stress ab und tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
  • Genug Schlaf: Im Schlaf kann sich der Körper, der Stoffwechsel und das Immunsystem regenerieren.
  • Bewegung: Regelmäßige Bewegung und moderater Sport, optimalerweise an der frischen Luft, aktivieren unser Immunsystem. Nicht nur Muskel- und Nervenzellen werden dabei trainiert, auch die Abwehrzellen werden gestärkt und im Kampf gegen Eindringlinge unterstützt.
  • Wichtige Nährstoffe: Zink ist ein wichtiger Nährstoff für das Immunsystem, da er die Regeneration des Körpers unterstützen kann.
Autorin PTA Ulrike Wendt

Über unsere Autorin:

Ulrike Wendt | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Ich bin seit 17 Jahren Pharmazeutisch-technische Assistentin bei mycare.de. Aufgrund der langen Berufserfahrung und der regelmäßigen Fortbildung sind wir schon Experten in Gesundheitsthemen.

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Martina, Marketing bei mycare.de

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